Beim dreitägigen, mit 3000 Euro dotierten und einzigen DTB-Ranglistenturnier in Oberfranken kämpften 31 Herren und 17 Damen auf der Melkendorfer Tennisanlage um den Sieg. Zwei Oberfranken schrammten knapp am Gesamtsieg vorbei.

In der Herrenkonkurrenz gab es keine Überraschungen. Die gesetzten Spieler, die in der deutschen Rangliste unter den besten 250 zu finden sind, kamen ohne größere Probleme ins Halbfinale. Dort zog Favorit Johannes Fleischmann (TC Teublitz) gegen Noel Maximilian Hartzheim (TC Rotenbühl Saarbrücken) mit 6:3, 6:0 ins Finale ein. Sein Gegner wurde zwischen Stefan Göllner ( TC Bamberg) und Gil Uwe Grund (TSG Backnang) ermittelt. Göllner tat sich am Anfang gegen den starken Aufschläger schwer, stellte sich aber nach und nach immer besser auf den Konkurrenten ein und gewann 6:4, 6:1.

Höchststrafe im Finale

Im Finale dominierte Fleischmann, der 122. der DTB-Rangliste, klar das Match. Er brachte den Bamberger (132. im Ranking) durch druckvolles, variables und präzises Grundlinienspiel oft in Verlegenheit. Göllner bekam so keine Gelegenheit, sein eigenes Spiel aufzuziehen - er musste meist reagieren. Zudem unterliefen ihm viele Fehler, so dass ein 6:0, 6:0 für Fleischmann zu Buche stand. In seiner Karriere war der Turniersieg eine Zwischenstation: "Neben meinem Medizinstudium möchte ich noch viele Turniere spielen, um mich in der Rangliste weiter nach vorne zu arbeiten. Mein Traum ist es, unter die besten 120 Spieler der Welt zu kommen."

Rang 3 bei den Melkendorf Open, der nicht ausgespielt wurde, teilten sich Hartzheim und Grund. Die Nebenrunde (Trostrunde) - hier spielten die Verlierer der ersten Spielrunde - gewann der Leipziger Tristan Nitsche, der Lokalmadator Luca Pongratz klar mit 6:2, 6:2 bezwang.

Bei den Damen ist Jugend Trumpf

Im Damen-Wettbettbwerb kam es zum Duell der Generationen. Die topgesetzte 16-jährige Kim Teckenberg (TB Erlangen) schaffte es problemlos ins Halbfinale. Hier traf sie auf die die erfahrene Caroline Luther (36 Jahre) vom TC Bamberg. Die Bambergerin begegnete dem kraftvollen Tennis ihrer Gegnerin mit großer Routine. Luther gewann in drei Sätzen mit 6:4, 4:6, 10:5.

Im Endspiel wartete mit der an Nummer 2 gesetzten Lilly Pauline Schultz vom hessischen Bezirksoberligisten TC Schwalbach der nächste Youngster. Die 14-Jährige hatte bis zum Halbfinale alle Spiele sehr deutlich gewonnen und räumte in der Vorschlussrunde mit Emma Zenk vom TC Weiß-Blau Thurnau die letzte Vertreterin aus dem Kreis Kulmbach aus dem Weg.

Luther erwischte im spannenden Endspiel den besseren Start. Ihre abgeklärte Spielweise bereitete Schultz einige Schwierigkeiten. Der erste Satz ging mit 6:4 an die Bambergerin. Doch dann legte die junge Hessin ihre Nervosität ab und glich mit einem 6:4 nach Sätzen aus. Im Match-Tiebreak konnte sich keine Spielerin entscheidend absetzen. Beim Stand von 7:7 nahm Schultz ihrer Gegnerin den Aufschlag ab und nutzte diesen Vorteil zum 10:7-Sieg.

Nach dem Turniersieg formulierte die 14-jährige Schultz - ihr großes Vorbild ist Angelique Kerber - ihre Ziele: "Ich will zunächst das Abitur machen und vielleicht schaffe ich es anschließend, ein Stipendium in den USA für ein Tennis-College zu bekommen."

Den dritten Platz in Melkendorf teilten sich Teckenburg und Zenk. Die Nebenrunde dominierte Elisabeth Sterner (TC Siebentisch Augsburg), die im Endspiel gegen die Bambergerin Tatjana Beil klar mit 6:3, 6:0 die Oberhand behielt. hpk