Medi Bayreuth hat sein bestes Jahr seit dem Aufstieg in die Basketball-Bundesliga (BBL) 2010 erfolgreich abgeschlossen: Beim 100:75(43:39)-Auswärtssieg in Braunschweig präsentierte sich das Bayreuther Team gut erholt von der vorherigen 77:86(35:45)-Heimniederlage gegen Tabellenführer FC Bayern München.


BBL

Medi Bayreuth -
FC Bayern München 77:86

Einen denkwürdigen wie kuriosen Abend erlebten die 3.300 Zuschauer in der ausverkauften Oberfrankenhalle zwei Tage vor dem Weihnachtsfest. Neben dem hitzigen Duell mit dem Titelfavoriten gab es auch eines zwischen Schiedsrichter Christoph Madinger und Medi-Cheftrainer Raoul Korner: Madinger hatte Korner kurz vor Ablauf des dritten Viertels der Halle verwiesen, nachdem der Bayreuther Trainer erzürnt sein Taktikbrett auf das Spielfeld geworfen hatte. So fungierte Assistenz-Trainer Lars Masell im letzten Viertel erstmals als Chef der Bayreuther an der Bande. Grund für den Eklat war, dass Medi-Kapitän Bastian Doreth nach einem Wortgefecht mit dem Münchner Anton Gavel ein technisches Foul erhalten hatte.
Unter Masell gewannen die Bayreuther den letzten Abschnitt zwar noch mit 29:19, konnten die Partie gegen die starken Münchner um Devon Booker und Milan Macvan (je 16 Punkte) jedoch nicht mehr drehen. "Am Ende haben wir uns gut in die Partie gekämpft, doch die Münchner trafen nun mal die entscheidenden Körbe. Wir hätten heute nicht nur 20, sondern 35 Minuten auf Top-Level gebraucht, um zu gewinnen", sagte Medi-Center Andreas Seiferth, der gegen sein ehemaliges Team mit 15 Zählern zum Bayreuther Topscorer wurde.
Medi Bayreuth: Seiferth (15 Punkte/0 Dreier), Brooks (14/ 2), Doreth (12/4), York (12/3), Amaize (8/1), Cox (7/1), Linhart (3/1), Robinson (2), Wachalski (2), Marei (2).

FC Bayern München:
Booker (16/1), Macvan (16), Redding (14/2), Barthel (10/1), Cunningham (8), Hobbs (7/1), Djedovic (7), Gavel (4), Zirbes (4), King (0).
Löwen Braunschweig -
Medi Bayreuth 75:100

Gabe York war Bayreuths Held beim Auswärtserfolg an der vormaligen Wirkungsstätte des Bayreuther Trainerduos Raoul Korner und Lars Masell: York wurde kurz vor dem Seitenwechsel extrem treffsicher und sammelte insgesamt 32 Punkte.
Mit dem Ex-Braunschweiger Robin Amaize für den verletzten Nate Linhart sowie einem angeschlagenen De'Mon Brooks in der Startformation tat sich Medi zunächst schwer, in die Partie zu finden. Mit einem 21:21-Gleichstand ging es in die erste Viertelpause. Kurz vor dem Seitenwechsel konnten sich dann die Braunschweiger nach einem Dreier des österreichischen Nationalspielers Thomas Klepeisz leicht absetzen (39:35), doch der bis dahin eher unauffällige Gabe York versenkte in den letzten 90 Sekunden vor der Pausensirene zwei Freiwürfe und schickte noch zwei Dreier zur 39:43-Pausenführung hinterher.
Deutlich verbessert kamen die Bayreuther dann aus der Pause zurück. Seiferth, Marei und Brooks eroberten sich die Hoheit an den Brettern und profitierten nicht zuletzt davon, dass sich Braunschweigs US-Center Scott
Eatherton frühzeitig sein viertes Foul einhandelte (26. Minute). Zudem verloren die Gastgeber unter zunehmendem Druck immer häufiger den Ball und handelten sich bis zum Spielende 23 Ballverluste ein. In der Medi-Offensive blühte derweil Gabe York weiter auf: Bis zur letzten Viertelpause steuerte er weitere 15 Zähler bei, und der Vorsprung der Wagnerstädter wuchs auf 53:72 an. Die Vorentscheidung war gefallen, und die Bayreuther machten den Sieg problemlos perfekt.
"Wir haben nach dem Seitenwechsel einfach kein Mittel gegen Gabe York gefunden, der auch wirklich gut verteidigte Würfe getroffen hat", gibt auch Braunschweigs US-Guard DeAndre Lansdowne zu.

Braunschweig: Lansdowne (23), Eatherton (12), Jaramaz (10), Morse (9), Kone (9), Janavicius (5), Nawrocki (4), Klepeisz (3), Ebert (0), Alte (0), Schwartz (0).
Medi Bayreuth: York (32), Marei (20), Robinson (16), Amaize (12), Seiferth (10), Doreth (4), Wachalski (3), Cox (2), Brooks (1).