Die Bilanz des TSC Mainleus ist niederschmetternd: 0:4 gegen VfB Kulmbach, 0:7 gegen Regnitzlosau und zuletzt 0:8 gegen Selb - drei Spiele, drei Niederlagen, kein Tor und 19 Gegentreffer. "In keiner Phase bezirksliga tauglich", urteilt der Selber Berichterstatter.

Am Sonntag hätte das zweite Mainleuser Heimspiel in der Fußball-Bezirksliga Ost gegen FC Eintracht Münchberg stattfinden sollen - dazu wird es nicht mehr kommen. " Wir haben am Freitag die 1. Mannschaft aus der Bezirks liga abgemeldet", bestätigt stellvertretender Fußballabteilungsleiter Thomas Bergmann. Mainleus hat die Reißleine gezogen, "weil unsere spielerische Qualität nicht ausreicht".

Aussprache dauert zwei Stunden

Zur großen Aussprache am Donnerstagabend treffen sich Vorstand, Abteilungsleitung, sportliche Leitung, Trainer und Mannschaft im Sportheim. "Es war fast jeder da, der nicht im Urlaub ist oder arbeiten musste", so Bergmann. Es gibt nur ein Thema: Wie geht's weiter mit dem TSC? Die Diskussion dauert zwei Stunden, an deren Ende sich die gemeinsame Meinung herausbildet, die 1. Mannschaft zurückzuziehen: "Nach 21 Jahren in der Bezirksliga und Bezirksoberliga ist uns der Schritt sehr schwer gefallen, aber lieber eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende."

Bergmann weiter: "Fakt war, dass wir aufgrund der Personalsituation eine Mannschaft abmelden mussten. Wir können keine zwei Mannschaften bestücken. So fehlen am Wochenende zwölf, 13 Mann wegen Urlaubs oder Verletzung."

Nun ist ein Neuaufbau in der A-Klasse geplant. "Vitor do Adro bleibt unser Trainer, und wir haben eine Mannschaft, die in der A-Klasse oben mitspielen soll. Unser Ziel ist der Aufstieg. Wir wissen aber, dass es kein Selbstläufer wird. Es muss optimal laufen, dann kann's klappen", erklärt Bergmann.

Nach seinen Worten ist es keine Alternative gewesen, die 2. Mannschaft abzumelden und mit der Ersten in die Kreisliga abzusteigen. Entsprechende Signale der Spieler habe es nicht gegeben, sagt Bergmann und hat auch Verständnis dafür: "Es ist demoralisierend, sich eine Niederlage nach der anderen abzuholen. Wer lässt sich schon jedes Wochenende gerne abschlachten? Fußball ist ein Hobby, das Spaß machen soll."

Probleme absehbar

Dass Mainleus in die Bredouille kommen würde, hat sich bereits vor Saisonbeginn abgezeichnet. Die Abgänge von Spielertrainer André Riedel, Artjom Brumm, Daniel Schmidt und Florian Bergmann sind nicht adäquat ersetzt worden. Dann der Wirrwarr um Volker Katholing, der den Trainerposten beim TSC nicht antrat und auch die zugesagten neuen Spieler nicht herbrachte. Schließlich ist Sebastian Brand noch als Vertrags amateur nach Neudrossenfeld gewechselt, sein Bruder Florian legt eine Babypause ein, und auch Ferdinand Pöhlmann hat seinen Rückzug angekündigt.

"Wir haben das Gerüst unserer Mannschaft verloren, das konnten wir nicht kompensieren", räumt Bergmann ein. Warum ist dies nicht gelungen? "Wir können mit Vereinen - auch in unteren Klassen - nicht mithalten, die Handgelder bezahlen. Wir setzen auf sportliche Anreize, in der Bezirksliga zu spielen, und auf Kameradschaft. Aber unsere Argumente haben nicht gezogen." Den Rückzug aus der Bezirksliga bezeichnet er als "die vernünftigste Lösung".

Erster Absteiger

Laut Bezirksspielleiter Günter Hahn, Neuenmarkt, steht Mainleus somit als erster Absteiger aus der Bezirksliga fest. Die bisherigen Spiele werden aus der Wertung genommen. Die künftigen Gegner des TSC sind spielfrei. Der Spielbetrieb der 2. Mannschaft in der A-Klasse, so Hahn, ist davon nicht betroffen.

Im Umfeld der Mannschaft ist der Rückzug aus der Bezirksliga unterschiedlich aufgenommen worden. TSC-Vorsitzender und Bürgermeister Dieter Adam steht hinter der Entscheidung der Fußballabteilung: "Dann gibt's einen Neuanfang. Es sind viele junge Spieler da, jetzt muss sich herausstellen, wer zum Verein steht."

"Traurig, dass es soweit gekommen ist"

"Total überrascht" ist der langjähriger Vorsitzende (1991 bis 2006) und Ehrenvorsitzende Heiner Friedlein. "Traurig, dass es soweit gekommen ist", sagte er und glaubt, "dass es schwer wird, wieder nach oben zu kommen". Er denkt gerne an die Erfolge seiner Vorstandszeit, als der TSC in der Bezirksoberliga der sportlich erfolgreichste Verein im Landkreis - "und dazu schuldenfrei" - gewesen ist.

"Es war vergangene Saison schon eng. Es war klar, dass es Probleme gibt, wenn da vom Kader noch was wegbricht", erklärt André Riedel, der nun den TSV Mistelbach betreut. In zwei Wochen hätte es ein Wieder sehen in Mainleus gegeben ...