Die deutschen Faustballerinnen haben ihre beeindruckende Siegesserie unter der Regie von Bundestrainerin Silke Eber fortgesetzt. Bei der Europameisterschaft in Lazne Bohdanec (Tschechien) holte sich das Team den elften Titel seiner Geschichte, den achten unter der Regie von Silke Eber. Nach dem WM- feiert Deutschland nun also auch den EM-Hattrick.

In einem spannenden Finale vor etwa 800 bezwangen die deutschen Frauen den Dauerrivalen Österreich mit 3:1. Nach einem zwischenzeitlichen Satzausgleich drehte die Mannschaft von Trainerin Silke Eber noch einmal auf.

"Im Endspiel haben wir unser Leistungspotenzial nicht erreicht. Ein paar Sachen haben nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt hatten. Deshalb hätte das Spiel auch anders ausgehen können", berichtet Silke Eber. Doch die Katschenreutherin rechnet ihrer Mannschaft hoch an, "dass sie die spielerischen Defizite mit enormen Kampfgeist wettgemacht hat".

Mit Sonja Pfrommer und Anna Lisa Aldinger vom TSV Dennach, der Nürnbergerin Svenja Schröder vom unterfränkischen Erstligisten TV Segnitz sowie Theresa Schröder und Annika Bösch (beide Jahn Schneverdingen) startete Deutschland ins Endspiel gegen den Erzrivalen Österreich. Und zu Beginn begegnen sich die beiden Teams wie schon in der Vorrunde einen Tag zuvor, als Deutschland 2:0 gewann, auf Augenhöhe. Deutschland übernahm dann die Führung. Den dritten Satzball verwandelte Svenja Schröder mit einem Ass zum11:8.

Doch Schwung gab die Satzführung nicht. Im zweiten Durchgang leistete sich Deutschland viele Fehler, so das Österreich auf 9:6 davonzog. Das Eber-Team wehrte den ersten Satzball ab und kam auf 9:10 heran. Nach einem weiteren langen Ballwechsel ist es ein halblanger Ball, den die Deutschen nicht mehr abwehren können - 11:9 und Satzausgleich für Österreich.

Silke Eber reagierte, auch wenn sie keinen Wechsel vornahm. Sonja Pfrommer und Svenja Schröder wechselten die Aufgaben, Pfrommer übernahm die Verantwortung bei der Angabe. Doch erneut geriet Deutschland in Rückstand (1:4), hat besonders mit den kurz gespielten Bällen in den Dreimeterraum mächtig zu kämpfen.

Eber brachte Henriette Schell vom TSV Calw für Svenja Schröder. Mit ihr kämpfte sich Deutschland zurück und ging mit 6:5 in Führung. Doch Österreich nutzte die Abwehrschwächen der Deutschen immer iweder aus. Silke Eber ließ Annika Bösch und Theresa Schröder die Seiten tauschen - mit Erfolg. Der Titelverteidiger übernahm wieder die Führung und gewann mit vier Punkten in Folge den Satz mit 11:8.

Ein Satz fehlte noch zum dritten Europameistertitel in Folge - und das beflügelte. Deutschland ging mit 4:1 in Führung, doch Österreich glich zum 7:7 aus. Nach einem Ausball der Österreicherinnen und einem Punkt von Sonja Pfrommer führte Deutschland 9:7. Ein erneuter Angabefehler der Österreicherinnen brachte vier Matchbälle für das deutsche Team. Der erste wurde vom Team Austria noch abgewehrt, doch dann schlug Henriette Schell mit einem platzierten zu - die Titelverteidigung ist geglückt.

Klarer Sieg im Halbfinale

Mit einem 3:0-Erfolg (11:8, 11:2, 11:1) gegen Serbien hatten die Deutschen den Finaleinzug perfekt gemacht. Gegen den EM-Neuling sah sich der Titelverteidiger zunächst mit einem 1:5-Rückstand im ersten Satz konfrontiert, ließ dann aber keinen Zweifel mehr am Sieg aufkommen.

Österreich hatte sich im Halbfinale gegen den Mitfavoriten Schweiz in einem engen Duell mit 3:0 (11:8, 12:10, 13:11) behauptet. Das Spiel um Bronze gewann die Schweiz klar mit 3:0 gegen Serbien.cs