Die "Tour de Tirol" am Wilden Kaiser in Österreich hat es in sich. In drei Tagen sind 73 Kilometer und 2200 Höhenmeter zu bewältigen. Bei der 7. Auflage nahmen über 232 Bergläufer aus aller Herren Länder die Dreier-Kombination in Angriff. Darunter vier Athleten aus der Region: Michael Kraus (LG Ludwigschorgast), Markus Neumeister aus Neuenmarkt (SGB Stadtsteinach) und die Brüder Johannes (Stammbach) und Robin Buß (Neudrossenfeld).

Zehn Kilometer zum Aufwärmen


Zum Auftakt steht ein Zehn-Kilometer-Abendlauf durch den idyllischen Ortskern von Söll auf dem Programm. Da ist das ganze Dorf auf den Beinen und feuert die Athleten frenetisch an. Schnellster aus dem heimischen Quartett war Markus Neumeister mit 42:03 Minuten.

Nach diesem "Aufwärmtraining" folgt am nächsten Tag der Hammer: der Kaisermarathon. Von Söll aus führt die 42,195 Kilometer lange, landschaftlich äußerst reizvolle Strecke über Scheffau nach Ellmau und vorbei an der Rübezahlhütte.
Vom Hartkaiser geht es über den Erlebnispark "Hexenwasser" bis zum 1829 Meter hoch gelegenen Ziel auf der Hohen Salve, einem der schönsten Panoramaberge Europas. Knapp 2000 Höhenmeter sind dabei zu überwinden!

Die ersten 21 Kilometer von Söll nach Ellmau auf 803 Metern Meereshöhe verlaufen noch relativ flach. Danach wird es aber ernst. Nach dem ersten langen Anstieg über rund 750 Höhenmeter erreichen die Bergläufer den Hartkaiser (1555 Meter) bei Kilometerpunkt 27.
Bergauf- und Abwärtspassagen wechseln sich ab. Nachdem die 30-Kilometer-Marke passiert ist, geht es steil hinab nach "Hexenwasser" (1140).

Jetzt sind es nur noch drei Kilometer bis zum Gipfel - aber noch 700 Höhenmeter müssen überwunden werden! Der extrem steile Anstieg ist fast nur auf allen Vieren zu bewältigen. Doch am Gipfel werden die Ausdauersportler mit einem sagenhaften 360-Grad-Rundumblick belohnt. Man sieht mehr als 70 Dreitausender, unter anderem die Hohen Tauern, die Kitzbüheler Alpen, die Zillertaler Alpen, den Großglockner oder den Großvenediger.
Rund 450 Ausdauersportler standen bei der Königsetappe an der Startlinie und konnten diesen Gebirgslauf bei Kaiserwetter genießen. Michael Kraus kam nach 4:34:02 Stunden am Gipfel an.
Am letzten Tag gab es "zum Auslaufen" noch einen Halbmarathon. Die Strecke im Dorf Söll war zwar bretteben, aber starker Dauerregen verwandelte Wiesenwege zu matschigen Rutschbahnen.

Michael Kraus auf Platz 57


Bester der vier Oberfranken war war Michael Kraus (6:51:48 Stunden) auf Rang 57 der Gesamtwertung.
Einen Doppelsieg feierten die Athleten aus der Schweiz. Bei den Herren siegte Patrick Wieser mit der Gesamtzeit von 4:45.55 Stunden, bei den Damen Jasmin Nuniqe in 5:37:53 Stun-den.
Markus Neumeister: 1. Etappe: 42:03/2. Etappe: 4:58:49/3. Etappe: 1:34:15/Gesamt: 7:15:07 Stunden (74. Gesamtwertung/ 13. AK M 45).
Michael Kraus: 43:42/4:34:02/ 1:34:03/gesamt 6:51:48 (57. Gesamtwertung/4. AK M 50).
Johannes Buß: 48:01/ 5:10:45/ 1:42:53/gesamt 7:41:40 (115. Gesamtwertung/5. AK M 55).
Robin Buß: Robin Buß 50:52/5:43:27/1:59:29/gesamt 8:33:49 (154. Gesamtwertung/8. AK M 55). M.K.