Riesenerfolg für die U14-Fußballer der SpVgg Bayern Hof. Das Team von Trainer Andreas Lang belegte beim stark besetzten Kia-Engbert-Hallenturnier in Waltrop (Nordrhein-Westfalen) Platz 2. Nur der Nachwuchs des Deutschen Meisters Borussia Dortmund war im Endspiel eine Nummer zu groß.

Bemerkenswert: Es war ein Hofer Erfolg made in Kulmbach, denn mit Dominik Meisel, Jan-Christoph Limmer (beide Kulmbach), Nick Watzlawik (Thurnau) und Matteo Kolb (Neuenmarkt) kamen gleich vier Akteure aus dem Landkreis Kulmbach. "Ein geiles Erlebnis", schwärmt der Forstlahmer Dominik Meisel, der in Dortmund auch von seinen Eltern Michael und Kerstin angefeuert wurde.

Kevin Großkreutz schaut zu

Die jungen Hofer hatten mit ihren Trainern Andreas Lang und Jürgen Lindner 600 Kilometer l Anfahrt auf sich genommen, um gegen die Talente namhafter Vereine zu kicken. Übernachtet wurde in Gastfamilien. Unter den Augen von Dortmunds Star Kevin Großkreutz feierten die Hofer in der Vorrunde zwei Siege gegen den Gastgeber VfB Waltrop (3:2) und den MSV Duisburg (3:1), rangen Borussia Dortmund ein sensationelles 3:3 ab, ehe sie sich im letzten Vorrundenspiel gegen Preußen Münster eine 2:3-Niederlage erlauben konnten.

Der Nachwuchs des Deutschen Meisters ist in dieser Altersklasse eines der führenden Teams in Deutschland. Die "Kulmbacher Filiale" bot aber dem Favoriten in der Vorrunde einen heißen Kampf. Hof lag sogar drei Mal (1:0, 2:1, 3:2) in Führung, doch die mit exzellenten Fußballern gespickte Dortmunder Mannschaft glich immer wieder aus. Und 15 Sekunden vor dem Ende gelang der Borussia noch das glückliche 3:3. Dominik Meisel weiß, warum: "Technisch sind wir nicht schlechter als die Dortmunder, aber sie sind einfach noch clevererer als wir."

Während Vereine wie Borussia Mönchengladbach, SC Paderborn oder SG Wattenscheid 09 auf der Strecke blieben, durften die Hofer Jugendlichen im Viertelfinale gegen Arminia Bielefeld antreten. Die SpVgg Bayern führte schon mit 2:0, machte es aber noch einmal spannend. In den letzten 20 Sekunden standen nach Zeitstrafen nur noch zwei Hofer vier Bielefelder Feldspielern gegenüber. Doch die Oberfranken meisterten die brenzlige Situation bravourös und zogen ins Halbfinale gegen den VfL Bochum ein.

Hier trumpften die Hofer im Stile einer Spitzenmannschaft auf. Dominik Meisel stellte mit dem 3:1 den Finaleinzug sicher. Nun ging es erneut gegen die Borussia aus Dortmund, die ihr Halbfinale gegen den 1. FC Köln 3:1 gewonnen hatte. Während die Hofer nur eine Partie Pause hatten, durften sich die Dortmunder doppelt so lange ausruhen. So konnten die Oberfranken kräftemäßig nicht mehr mithalten und verloren deutlich 0:6.

Der 2. Platz war aber trotzdem ein Riesenerfolg für die Hofer. "Wir haben einen überragenden Jahrgang", schwärmt Trainer Andreas Lang von seiner Truppe. Als Krönung wurde noch Maximilian Christl zum besten Spieler des Turniers gewählt. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft, da diese Ehre bei diesem Turnier vor einigen Jahren auch solchen Größen wie Nuri Sahin und Marco Reus zuteil wurde. Ebenso wie Christl schoss Dominik Meisel fünf Tore in diesem Turnier. "Dominik spielt bei uns auf der Sechs, ist unser Vize-Kapitän und ein sehr kompletter Fußballer", lobt ihn sein Trainer Andreas Lang.

Ziel ist ein Bundesligaverein

Dominik Meisel wurde in der Jugend des ATS Kulmbach ausgebildet. Nach sieben Jahren beim ATS wechselte er 2011 nach Hof. Nun nimmt er vier Mal in der Woche die rund 60 Kilometer weite Reise nach Hof auf sich. Nur gut, dass die Kulmbacher Fraktion im Team so groß ist - im Kader stehen auch noch Elia Bifano aus Wirsberg und Michael Söllner aus Grafengehaig. So können sich die Eltern beim Fahren abwechseln. Dominik & Co. belegen derzeit Rang 4 in der C-Junioren-Bezirksoberliga.

Inzwischen kickt der 13-jährige Forstlahmer auch für die Regionalauswahl Nordbayern. Den ganzen Aufwand würde der Achtklässer des CVG-Gymnasiums natürlich nicht betreiben, wenn er kein klares Ziel hätte: "Ich möchte schon einmal in einem Bundesliga-Nachwuchszentrum landen. Am liebsten bei Bayern oder Fürth - zur Not auch bei Nürnberg", denn mit dem Club hat er es nicht so.