Jacob Schramm redet nicht um den heißen Brei herum. "Heute war's net gut", konstatiert der 20-jährige Frankenwälder nach seinem zweiten Rennen bei der Ski-Weltmeisterschaft der Junioren im Fassatal (Italien). Nur Platz 32 im Super G - für einen amtierenden Deutschen Meister in dieser Disziplin eine Enttäuschung.

Ein Platz unter den besten 15 Junioren der Welt hätte es eigentlich werden sollen, so seine Erwartungshaltung. Doch der Donnerstag war nicht der Tag des derzeit besten fränkischen Skifahrers. "Ich war irgendwie vom Kopf her nicht bereit, bin ohne richtigen Zug runter gefahren", sagt der 20-Jährige aus Eppenreuth bei Grafengehaig. Vor allem im Flachstück fehlte ihm die Aggressivität, und so verlor er bereits im oberen Teil eineinhalb Sekunden und damit über die Hälfte seines späteren Rückstands von 2:85 Sekunden auf Weltmeister River Radamus (USA), der in dieser Saison im Weltcup in Alta Badia immerhin schon Rang 24 belegt hat.

Das sagt der Vater

Vater Harald Schramm, der früher selbst Rennen des internationalen Skiverbandes bestritt und den WM-Super-G vom Zielbereich aus verfolgte, beurteilt die Leistung seines Sohnes so: "Jacob hat sich einfach nicht getraut, volles Rohr zu fahren." Aber das sei nach seinem gerade erst überstandenen Kreuzbandriss verständlich, zumal Jacob auch noch kürzlich bei einem Europacup-Rennen ins Fangnetz gefallen sei. "Wenn Du bei so einem Rennen nicht ans Limit gehst, dann hast Du keine Chance auf eine vordere Platzierung", weiß Harald Schramm. Doch unzufrieden sollte sein Sohn nicht sein. "Die Trainer haben zu ihm gesagt, angesichts der schweren Verletzung passt das Ergebnis schon."

Dennoch - Jacob ärgert sich, "dass ich mein Potenzial nicht abrufen konnte". Im Gegensatz zum Abfahrtsrennen einen Tag zuvor, als er auf einer stark ramponierten und aufgeweichten Piste ebenfalls mit Startnummer 32 auf Rang 27 fuhr, hätten ihn die Bedingungen diesmal nicht ausgebremst. "Die Piste war nahezu perfekt, es war ein Kurs zum Attackieren. Aber genau das habe ich halt nicht gemacht." Schon während des Laufes merkte der Eppenreuther, "dass zu viel Platz zu den Toren war". "Ich hätte direkter fahren können, war viel zu brav." Heute will sich Jacob Schramm nur ausruhen, um Kräfte für seinen letzten WM-Einsatz zu sammeln. Am Samstag startet der 20-Jährige noch in der Super-Kombination, bestehend aus einem Super G und einem Slalomlauf. "Slalom habe ich zwar wenig trainiert, aber ich kämpfe mich so gut wie möglich runter", verspricht Jacob Schramm.