Es ist gerade mal zwei Jahre her: Auf der Zielgeraden der Saison wendet der FC Schwarzach den Abstieg in die unterste Fußball-Liga (B-Klasse) ab. Etliche Leistungsträger hängen ihre Schuhe an den Nagel, die Existenz der 1. Mannschaft steht auf der Kippe. "Wir haben schon über eine Spielgemeinschaft nachgedacht", erinnert sich 2. Vorsitzender Peter Schuberth. Sogar die Abmeldung ist ein Thema.

Heute ist die Krise längst vergessen. "Bei uns herrscht richtige Aufbruchstimmung. Gerade haben wir das Sportheim und den Fußballplatz saniert, und der Aufstieg ist natürlich die Krönung", sagt Schuberth. Durch den 4:3-Sieg nach Elfmeterschießen im Relegationsspiel gegen den TSV Glashütten kehrt der FC Schwarzach in die Kreisklasse zurück, in der der 290 Mitglieder zählende Dorfverein aus der Marktgemeinde Mainleus letztmals in der Saison 2004/05 spielen durfte.

Peter Schuberth knüpft den Erfolg vor allem an den Namen Hanspeter Schwander. "Als er vor zwei Jahren zu uns kam, hat er einen Scherbenhaufen vorgefunden, denn die Trainingsbeteiligung war schlecht." Ein Umstand, unter dem vor allem sein Vorgänger Wolfgang Weidner leiden musste. Der hört daraufhin auf, und mit ihm viele Spieler. "Wir hatten nur noch vier oder fünf Mann", blickt Peter Schuberth zurück.
Dann holt der Verein Hanspeter Schwander. Seine Mission: Eine völlig neue Mannschaft aufbauen. Der FC holt nach David Vranik mit Milan Paikrt aus Tröstau einen weiteren Tschechen und bildet um sie herum ein Team. Das platziert sich in der ersten Saison unter Schwander gleich auf Platz 6, heuer wird man Vizemeister. "Das hat er hervorragend gemacht", lobt Peter Schuberth.

Dabei hatten es die Schwarzacher sogar selbst in der Hand, Meister zu werden. Schon ein Unentschieden im großen Saisonfinale gegen den Nachbarrivalen SV Motschenbach hätte zum Titel gereicht, doch in der 78. Minute macht Christian Haas mit seinem Treffer alle Meister-Träume des FC zunichte. "Wir waren die bessere Mannschaft, haben aber Pech gehabt", rekapituliert Hanspeter Schwander, der zwischen 2001 und 2008 mit dem SV Motschenbach sechs Aufstiege im Jugend- und Damenbereich gefeiert hatte. Die 0:1-Niederlage vor der Rekordkulisse von 560 Zuschauern gegen seinen Ex-Verein schmerzte ihn schon, wie Schwander zugibt, ist aber nach dem Triumph in der Relegation fast vergessen. "Jetzt haben wir eben mal Glück gehabt." Der 61-Jährige spricht damit die Schlussphase der Verlängerung an, in der sich sein Team mit neun Mann - Can Eraslan und Marko Joite sahen Gelb-Rot - gegen den mit aller Macht anrennenden TSV Glashütten ins Elfmeterschießen rettet. Und in diesem verwandelt Libero Milan Paikrt den entscheidenden "Elfer" für den FC.

"Einfach Wahnsinn!"

"Ich bin wahnsinnig stolz auf die Moral der Mannschaft", sagt Schwander. Stürmer Christopher Kern jubelt nach dem Schlusspfiff: "Einfach nur Wahnsinn! Ich hätte nicht mehr dran geglaubt, dass wir das hier noch gewinnen."
Den Aufstieg widmet Schwander dem erst heuer verstorbenen FC-Ehrenvorsitzenden Hermann Hofmann. "Er hat mich schließlich nach Schwarzach geholt", sagt der 61-Jährige der von seinem Haus in Schmeilsdorf aus auf den FC-Sportplatz blicken kann. Vor seiner Schwarzacher Zeit trainierte Schwander vier Jahre den TSV Rugendorf bzw. die SG Rugendorf/Losau.

Schwarzach spielt noch mit Libero

23 Spieler setzt der FC Schwarzach in der abgelaufenen Saison der A-Klasse 6 Kulmbach ein. Prunkstück der Mannschaft ist zweifellos die Abwehr um Libero Milan Paikrt und Torwart-Routinier Alfred Schneider, der mit zwei gehaltenen Elfmetern gegen Glashütten glänzt. Nur 29 Gegentreffer in 24 Saisonspielen beweisen, dass Schwanders Maßgabe, noch mit Libero zu spielen, so falsch nicht sein kann. "So lange wir nicht in Ligen mit Linienrichtern spielen, die auch mal ein Abseits erkennen, ist die Viererkette gefährlich", weiß Schwander.
Für die neue Kreisklassen-Saison, in der Derbys gegen den SV Motschenbach, FC Kirchleus oder SSV Peesten warten, wollen sich die Schwarzacher vor allem in der Offensive verstärken. Denn mit Christopher Kern (17 Saisontreffer) und David Vranik (13) hat der FC nur zwei Vollstrecker. Ein Abgang steht allerdings schon fest: Michael Hagenbucher wechselt zur SG Altenkunstadt/Woffendorf in die B-Klasse.
Hanspeter Schwander traut der Mannschaft jedenfalls zu, dass sie in der Kreisklasse im gesicherten Mittelfeld landen kann. "Der Sprung aus der A-Klasse ist nicht mehr so groß."
Peter Schuberth hofft, dass der FC auch in der neuen Saison wieder so viele Zuschauer begrüßen kann wie zuletzt. "Wir haben einen Schnitt von 150 Fans. Es kommen vor allem auch viele Ältere wieder, die lange schon nicht mehr zugeschaut hatten" freut sich Schuberth. Es herrscht eben Aufbruchstimmung beim FC Schwarzach.