Man muss kein Prophet sein, um dem TSC Mainleus eine schwere Saison in der Fußball-Bezirksliga Oberfranken Ost vorauszusagen. Vitor do Adro, der diese Woche von heute auf morgen das Traineramt von Volker Katholing übernommen hat, bringt es auf den Punkt: "Es wird hart, aber für den ganzen Verein, und wir müssen alle zusammenhalten."

Der 41-Jährige, der den TSC Mainleus wie kaum ein anderer kennt, ist Realist genug, dass er weiß: Es wird ein verdammt harter Job. Das Ziel kann nur heißen: Klassenerhalt. Eine Lizenz als Übungsleiter besitzt do Adro zwar nicht, aber er ist als Fußballer mit allen Wassern gewaschen. "Ich hatte es schon lange vor, den Trainerschein zu machen, allerdings fehlte bisher immer die Zeit."

"Kumpel oder hart sein"

Der Coach mit portugisischen Wurzeln hätte sich gern die eine oder andere Verstärkung gewünscht: "Es gab natürlich Gespräche, hat aber nicht funktioniert. Die Spieler haben sich für andere Vereine entschieden. Zum Teil werden ja schon in niedrigeren Klassen Gelder gezahlt." Nach Möglichkeit will der 41-Jährige nicht mehr auflaufen: "Wenn genug Spieler da sind, habe ich das nicht vor!" Als Trainer will er einen Mittelweg gehen: "Ich kann Kumpel, aber auch hart sein!" Wichtig für ihn ist: "Die Jungs müssen Spaß am Fußball haben."

Neu in der sportlichen Leitung beim TSC Mainleus ist auch Frank Daumann. Der 33-jährige selbständige Werbefachmann ist zwar in Mainleus kein Unbekannter, denn er hat in der Jugend und später sogar unter Ralf-Werner Ohnemüller ein Jahr in der Bezirksoberliga gespielt, doch dann mit 19 Jahren Mainleus verlassen und in Mannheim gelebt. Seit drei Jahren ist er wieder in Kulmbach und übernimmt nun die Aufgaben des sportlichen Leiters beim TSC Mainleus. Als Thomas Bergmann bei ihm anklopfte, ob er sich eine Mitarbeit beim TSC Mainleus vorstellen könne, hat er nicht nein gesagt: "Spielleiter der 1. Mannschaft bleibt weiterhin unser Harald Buchwald", erklärt Daumann, der die Lage ähnlich einschätzt wie der Trainer: "Es wird keine leichte Aufgabe, die Bezirksliga zu halten. Unsere Devise kann nur lauten: Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Wir spielen seit 25 Jahren in der Bezirksliga oder Bezirksoberliga, diese Zeit darf nicht enden."

Dass Spielertrainer André Riedel nicht mehr für die neue Saison zur Verfügung steht, habe der Verein frühzeitig gewusst. Doch für ihn, so Daumann ("Ich kam erst Ende März zur Mannschaft") sei es nicht leicht gewesen, passenden Ersatz zu finden.

Mit Artjom Brumm (TSV Neudrossenfeld), Daniel Schmidt (VfB Kulmbach), Florian Bergmann (TSV Thurnau) und André Riedel (TSV Mistelbach) hat der TSC Mainleus gleich vier wichtige Spieler verloren. Ein großer Verlust, den der Verein mit Neuzugängen aus unteren Klassen kompensieren will. Der Bekannteste ist dabei Stürmer Björn Zrenner (29) vom BSC Kulmbach. Vom SV Burghaig wechselten mit den Brüdern Maximilian (21), Theodor (24) und Alexander Raczka (26) sowie Anastasios "Stasi" Giovanoudis (33) gleich vier Spieler zum TSC. Hinzu kommt mit Andrè Eilbrecht (21) noch ein junger Fußballer, der zuletzt in Nordrhein-Westfalen gekickt hat. "Mit diesen Spielern wollen wir die Abgänge kompensieren. Sie haben alle Potential, aber es wird schwer für sie, weil sei von heute auf morgen ins kalte Wasser geworfen werden", so der sportliche Leiter.

Testspiel in Danndorf

Als erster Test steht für den TSC Mainleus ein Spiel beim Sportfest in Danndorf auf dem Programm: Gegner um 17 Uhr ist Westbezirksligaabssteiger SpVgg Lettenreuth.