Eine perfekte Saison hat der ATS Kulmbach abgeliefert und bereits sieben Spiele vor Schluss die Meisterschaft in der Fußball-Kreisklasse Kulmbach geholt. Bisher stehen 26 Siege für den ATS zu Buche. Die einzigen Punkte musste die Truppe um Spielertrainer Ingo Walther vor neun Tagen durch das 1:1 beim FC Kirchleus abgeben.

Richtig ärgern tut sich darüber beim ATS aber keiner. "Wir haben ja nicht verloren. Also ist es kein richtiger Makel. Es war nur schade, dass wir nicht so aufgetreten sind, wie in den Spielen zuvor", meint Walther. Abteilungsleiter Jörg Braun spricht von einem "speziellen Gegner. Selbst wenn wir in der Bundesliga spielen würden und Kirchleus in der Kreisklasse, hätten wir immer noch Schwierigkeiten." Zumindest das Hinspiel konnten die Kulmbacher mit 3:0 gewinnen.

Dass der ATS die Liga so dominiert, hätte Braun nicht gedacht - zumal zwischendurch fast einmal die Spieler ausgegangen wären, wie er berichtet: "Von der Qualität unseres Kaders waren wir der Favorit, in der Breite hatten wir aber Probleme. Vor der Winterpause hatten wir einige Verletzte und unser Limit erreicht." Und dann trennte sich der Verein aus disziplinarischen Gründen noch von Ali Schechallah, dem mit 15 Treffern zweitbesten Torschützen, der im Sommer vom FSV Bayreuth gekommen war.

Walther, der seiner Mannschaft auch schon eine starke Rückrunde 2011/12 bescheinigt, an deren Ende der ATS nach der Aufholjagd in der Relegation gescheitert ist, sieht den Schlüssel zum Erfolg darin, dass alle richtig mitgezogen hätten. Das sei auf dem Feld zu sehen gewesen.

Dass es nach vier Jahren endlich mit dem Aufstieg in die Kreisliga geklappt hat, darüber ist der Abteilungsleiter sehr erleichtert. Denn nach dem unglücklichen Aus in der vergangenen Saison sei die Enttäuschung groß gewesen. "Vielleicht hatte es aber auch etwas Gutes, weil die Mannschaft zusammengefunden hat", sagt Braun. Trotzdem sei es jetzt Zeit geworden: "Wir haben Ingo Walther ja mit dem Ziel geholt, so bald wie möglich wieder in die Bezirks liga zu kommen." Nächste Saison müsse man allerdings wieder bei Null anfangen und sich erst reinbeißen. "Auch andere Mannschaften werden sich etwas ausrechnen. Wir wollen aber wenigstens unter die ersten Fünf kommen, und dann sind wir automatisch im Aufstiegsrennen dabei", so Walther.

Böhmer und Weichart kommen

Die Planungen für die neue Saison laufen Braun zufolge seit der Winterpause. Er ist optimistisch, "wenn wirklich alle kommen beziehungsweise bleiben, die zugesagt haben. Dann sind wir sicher konkurrenzfähig." Als Neuzugänge bestätigt er Florian Böhmer vom VfB Kulmbach und Torhüter Dominik Weichart von der SpVgg Windischenhaig. Abwanderungsgedanken hege nur ein Spieler.

Doch zunächst stehen in der alten Saison noch sieben Spiele und eine Entscheidung des Sportgerichts aus: Es geht um einen Protest des auf Platz 3 zurückgefallenen ASV Oberpreuschwitz, der die Wertung der 2:3-Niederlage vor vier Wochen beim ATS nicht anerkennen will. Moniert wird die nicht korrekte Spielfortsetzung in der 90. Minute, die zum entscheidenden Tor führte. Laut Gruppenspielleiter Gerd Rieß gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder bleibt das Ergebnis bestehen, oder es kommt zu einer Neuansetzung. In letzterem Fall könnte Oberpreuschwitz theoretisch nach Punkten noch mit dem ATS gleichziehen. Das hielt die Kulmbacher aber nicht davon ab, nach dem 6:0-Sieg gegen Bindlach II am Sonntag kräftig zu feiern. Und sollten die Bierstädter morgen beim TSV Thurnau einen Zähler holen, wären sowieso alle Zweifel beseitigt.

100 Punkte sind möglich

Außerdem hat der ATS jetzt ohnehin andere Ziele: Wenn die restlichen sieben Partien gewonnen würden, könnte man auf 100 Punkte kommen. "Davon können wir uns nichts kaufen. Es wäre aber schön, diese historische Marke zu erreichen. Das ist ja auch ein Ziel, um die Spannung hochzuhalten. Wir wollen schließlich keine Wettbewerbsverzerrung betreiben", versichert Spielertrainer Walther.


Eingesetzte Spieler

Johannes Adam (27 Spiele/14 Tore), Frank Albrecht (1/0), Marco Di Candia Paradiso (17/2), Murteza Ebrahimi (6/2), Sebastian Frank (11/0), Enis Gashi (25/26), Florian Hohla (26/4), Betim Ismajli (11/3), Kevin Kramarczyk (21/1), Sascha Letonja (22/4), Alexander Maier (20/13), Maurizio Malandrino (1/0), Alexander Sack (22/0), Manuel Sandler (26/0), Ali Schechallah (20/15), Sven Schelhorn (27/5), Alexander Schmidt (3/0), Frank Stübinger (17/2), Ingo Walther (27/5), Thorsten Wünsch (3/0).