von unserem Mitarbeiter Werner Reissaus

Kulmbach — So richtig war ATS-Trainer Armin Eck nach dem verdienten 3:1-Sieg im Derby gegen den VfB Kulmbach nicht so recht nach Feiern zumute. Denn der Dreier und die gelungene Revanche für die 1:2-Hinspielniederlage wurde mit zwei schwerer verletzten Spielern teuer erkauft. Noch schlimmer erwischte es die Metzdorfer. Sie verloren nicht nur die Punkte, sondern auch Torwart Claudio Dresel, der sich am Kopf verletzte und ins Klinikum gebracht werden musste, sowie Andre Haack mit Roter Karte.
VfB-Trainer Werner Thomas sollte mit seiner Annahme, dass das Derby noch intensiver geführt werden würde als in der Vorrunde, Recht behalten. Von der ersten Minute an entwickelte sich zwar ein packendes Spiel, aber die spielerischen Elemente rückten dadurch in den Hintergrund. Schon nach zehn Minuten eine Schrecksekunde im VfB-Strafraum, als der Metzdorfer Keeper Claudio Dresel bei einer waghalsigen Abwehr mit ATS-Abwehrchef Sven Schelhorn zusammenprallte. Beide Akteure mussten verletzt vom Platz und ins Klinikum gebracht werden. Dass dabei der ATS eigentlich ein reguläres Tor erzielte hatte, war bei der Schwere der Verletzung der beiden Spieler Nebensache. Der nach vorne geeilte Schelhorn hatte einen Flankenball einen Tick eher vor dem herausfliegenden VfB-Keeper mit dem Kopf ins Tor verlängert. Erst danach kam es zu dem schlimmen Zusammenprall.
Claudio Dresel zog sich einen Haarriss am Schädelknochen zu, Schelhorn musste wegen einer Platzwunde genäht werden.

Matchwinner wird eingewechselt

Der ATS musste danach seine Abwehr umstellen. Für Schelhorn kam Christian Auner in die Mannschaft, der spätere Matchwinner. Beim VfB musste der junge Samuel Flieger ins Tor.
Beide Teams zeigten sich fortan sehr nervös, fabrizierten immer wieder katastrophale Abspielfehler. Die erste Torchance für die Metzdorfer bot sich in der 19. Minute, als Darko Aleksoski plötzlich allein auf das ATS-Tor zusteuerte, den Ball aber drüber schoss. In der 31. Minute hätte der ATS-Akteur Maiser seinen besser postierten Mitspieler sehen müssen, anstatt es allein zu versuchen.
Der ATS kam jetzt aber immer besser ins Spiel. Mit einem Doppelpack nutzte Christian Auner die Nervosität in der VfB-Abwehr und brachte den ATS mit 2:0 in Führung.
Nach dem Wechsel versuchte der VfB, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Vielleicht wäre sie auch gelungen, wenn Mario Ramming in der 51. Minute nicht einen Foulelfmeter neben das Tor gesetzt hätte. ATS-Kapitän Florian Böhmer, bereits mit Gelb belastet, hatte Haack an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Hier vermisste VfB-Trainer Werner Thomas die logische Konsequenz - Gelb-Rot. Der Unparteiische ließ aber Gnade vor Recht gelten. Was den Elfmeterschützen angeht, stellte VfB-Trainer Werner Thomas nach dem Spiel fest: "Vielleicht hätte ich da eingreifen müssen, denn Mario hatte die zwei Fehler vor den Gegentoren gemacht. Er wollte seine Fehler wieder gut machen, leider ist es in die Hose gegangen."
Auner sowie Maiser hätten vorzeitig alles klar machen können. Das 3:0 gelang dann Yalcinkaya in der 89. Minute, wobei die VfB-Abwehr ihren jungen Keeper vollends im Stich ließ. Kurz darauf kam der VfB noch zum Ehrentreffer durch den eingewechselten Kalburan.
Schiedsrichter Wolfgang Reich entledigte sich seiner Aufgabe dennoch zufriedenstellend.


ATS Kulmbach -
VfB Kulmbach 3:1 (2:0)
ATS Kulmbach: Pohl - Schelhorn (16. Auner, 76. Merzad Ebrahimi), Buchta, Stübinger, Günther, Yalcinkaya, Nacak (80. Kramarczyk), Maiser, Münch, Böhmer, Konov.
VfB Kulmbach: Dresel (16. Fieger) - M. Ramming, Schmidt (70. Potzel), Aleksoski, Zeiß, Wolharn, Tschierschke, Haack, Wohlfart, Schütz, Doppel (63. Kalburan).
Tore: 1:0 und 2:0 Auner (38. und 40.); 3:0 Yalcinkaya (89.); 3:1 Kalburan (90.). - Schiedsrichter: Reich (Ebern). - Zuschauer: 451. - Gelb-Rot: -/Schütz (73.). - Rot: -/Haack (81.).


Stimmen


Armin Eck (ATS-Trainer): Ich bin natürlich froh, dass wir gewonnen haben. Der Sieg war auch verdient. Der Elfmeter kurz nach der Halbzeit war natürlich eine Schlüsselszene. Für mich war der Treffer von Sven Schelhorn in der Anfangsphase ein klares Tor. Durch seine Verletzung mussten wir komplett umstellen. Hut ab vor der Mannschaft, die das Klasse gemacht hat. Das Spiel stand insgesamt Spitz auf Knopf, aber dieses Mal waren wir einen Tick besser. Ich hoffe, dass sich bei Nacak nicht meine Befürchtung bewahrheitet, nämlich Kreuzbandriss.
Werner Thomas (VfB-Trainer): Wir haben den ATS zum Toreschießen eingeladen und waren in der ersten Halbzeit nicht präsent genug. Der ATS war spritziger und zweikampfstärker und mit langen Bällen und den Standards immer wieder gefährlich. Was mir noch mehr weh tut als die Niederlage, ist die Rote Karte, zumal wir schon zwei Rot gesperrte Spieler haben. Rei.