Kulmbach Fassungslosigkeit bei den Fußballfans: Der Sprengstoff-Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat auch viele Kulmbacher geschockt. "Wir sind alle im Geiste beim BVB und wünschen dem Spieler Marc Bartra alles Gute", sagt Edgar Friedmann, der Vorsitzende des FC-Bayern-Fanclubs Plassenburg, der deutlich macht, dass mit dem Terrorakt nicht nur die Borussia, sondern der Fußball generell getroffen wurde.

Nach dem Training seines VfB Kulmbach hat Borussen-Fan Christopher Wohlfart am Dienstagabend von den Explosionen erfahren. "Wir wollten das Champions-League-Spiel gegen Monaco gemeinsam im Sportheim schauen. Als wir die Nachricht bekommen haben, waren wir geschockt", sagt die Offensivkraft des Bezirksligisten.

Dass im und um das Stadion herum eine größere Anschlagsgefahr besteht, dem sei man sich spätestens seit den Anschlägen im Umfeld des Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich in Paris 2015 bewusst. Verstärkte Einlasskontrollen nehme man da gerne in Kauf. Dass nicht große Menschenmassen, sondern eine Mannschaft das Ziel von Terroristen wird, damit habe er allerdings nicht gerechnet. Ob Wohlfart und seine Borussen-Freunde aus Angst vor weiteren Anschlägen künftig den Signal-Iduna-Park meiden werden? "Ich lasse mich nicht abschrecken, werde den BVB in der Südkurve weiter anfeuern", sagt der Metzdorfer Fußballer.


Auf dem Weg ins Stadion

Edgar Friedmann war am Mittwochnachmittag auf dem Weg in die Allianz-Arena zum Champions-League-Spiel der Münchner Bayern gegen Real Madrid. Angst vor dem Stadionbesuch habe er nicht, so der Fanclub-Vorsitzende. "Ich war am Dienstag natürlich geschockt, will mich durch solche Anschläge in meinem Leben aber nicht beeinflussen lassen", betont Friedmann. Ganz aus dem Hinterkopf bekomme man die Gefahr aber nicht. Habe er früher einen herrenlosen Rucksack im Umfeld des Stadions entdeckt, habe er nachgeschaut, wem der gehöre. "Heute lässt man die Finger davon."

Mit Anschlägen müsse man in Zeiten des Terrors jederzeit und überall rechnen. "Bei Fußballspielen, aber auch bei einem große Fest oder bei Konzerten", sagt der Bayern-Fan, der die Politik gefordert sieht. Auch wenn die genaueren Hintergründe des Anschlags vom Dienstag noch nicht bekannt seien, so müssten die Politiker eine klare Linie zeigen, auch gegen potenzielle Attentäter rigoros vorgehen.


Sorge um den Sohn

Für Klaus "Zico" Hofmann vom FCN-Fanclub Thurnau-Kasendorf ist der Stadionbesuch immer ein Höhepunkt nach einer anstrengenden Arbeitswoche. Dass nun der Terror auch sein Hobby erreicht, stimmt den 52-Jährigen traurig: "Wenn das so weiter geht, hat man bald keine Lust mehr, ins Stadion zu gehen." Eine Konsequenz hat Hofmann schon gezogen: Seinen Sohn Adrian (10), der zum FC Bayern hält, wird er aus Angst um dessen Sicherheit vorerst nicht mehr ins Stadion lassen. Was erwartet Klaus Hofmann nun von Politikern und den Verantwortlichen der Profi-Vereine? Noch mehr Polizisten rund um die Stadien? "Nein, mehr Sicherheit geht nicht", sagt der Thurnauer. Schließlich sei doch die Polizei mit den vielen öffentlichen Veranstaltungen schon jetzt überlastet. Im Übrigen kann Hofmann nicht nachvollziehen, dass das Champions-League-Spiel nur einen Tag nach dem Anschlag nachgeholt wurde: "Da merkt man, dass es nur ums Geldmachen geht."

Doch auch der FCN-Fanclub wird wohl seine Auswärtsfahrt nach Kaiserslautern Ende April wie geplant durchziehen. Hofmann wird dabei sein - allerdings mit "gemischten Gefühlen". Der 52-Jährige sagt: "Man kann ja nie wissen, wen die Terroristen treffen wollen. Jeder kann zur Zielscheibe werden."