Paukenschlag beim TSV Stadtsteinach zwei Spieltage vor Saisonschluss in der Fußball-Kreisliga Bayreuth/Kulmbach: Der Verein hat sich von Spielertrainer Sascha Licht getrennt. "Im gegenseitigen Einvernehmen", wie TSV-Vorsitzender Georg Stöckel betont.

Am Montagabend hatten sich der Vorstand und der Ex-Profi aus Neustadt bei Coburg getroffen. "Wir haben uns in aller Ruhe ausgesprochen und sind beide zu dem Ergebnis gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit jetzt zu beenden, wenn noch eine Möglichkeit besteht, etwas umzubiegen. Es hat Kleinigkeiten gegeben, und es hat auch in der Mannschaft rumort. Jetzt sind die Spieler in der Pflicht und dürfen nicht mehr nach Ausreden suchen", betont Stöckel.

Er räumt ein, dass ihm die Entscheidung schwer gefallen ist: "Sascha Licht ist ein netter Kerl und auch menschlich in Ordnung. Wir haben uns im Guten getrennt." Damit steht der Ex-Profi für die letzten beiden Spiele auch als Spieler nicht mehr zur Verfügung. "Er wollte das nicht mehr", so der Vorsitzende.


Vorsitzender betreut Mannschaft

Für den TSV Stadtsteinach ist jetzt erst einmal der Klassenerhalt vorrangig. Doch es hat bereits die Suche nach einem Nachfolger begonnen. Der frühere Stadtsteinacher Coach Arno Bauerschmidt, der vor kurzem beim FC Kupferberg entlassen wurde, ist allerdings für den TSV-Vorsitzenden kein Thema: "Er hat bei uns schon mal vorzeitig die Brocken hingeschmissen. Einmal reicht, zweimal nicht." Der Vorsitzende wird in den verbleibenden zwei Spielen die Mannschaft betreuen und auch das Training leiten.

Sascha Licht ist der Entschluss, seinen Platz zu räumen, auch nicht leicht gefallen: "Ich bin ja schon lang in dem Geschäft und kenne natürlich die Mechanismen. Der Verein hat die Reißleine gezogen, und ich wollte da nicht im Weg stehen." Er wolle, so der Ex-Trainer, "auch nicht lange nachkarten, aber ich hatte zu Saisonbeginn keine kreisligataugliche Mannschaft. Es hat aus gewissen Gründen nicht gepasst, und es ist eigentlich nie eine Einheit zustande gekommen."


Mehr Ehrlichkeit und Offenheit

Licht zufolge waren beim Training meist nur sieben bis neun Leute, und die tschechischen Spieler konnten nur einmal trainieren. Er selbst habe einen hohen zeitlichen Aufwand betrieben: "Ich war einfach 50 km unterwegs, und es gibt ja keine Autobahn von Neustadt nach Stadtsteinach. Der zeitliche Aufwand war jedenfalls riesig." Er habe, so Licht weiter, zuletzt auch das Gefühl gehabt, dass zwei, drei Spieler nicht bereit waren, ihre Leistung abzurufen. "Das ist schade, und hier hätte ich mir mehr Ehrlichkeit und Offenheit gewünscht."

Das Fazit des Ex-Profis über seine Stadtsteinacher Zeit fällt nicht negativ aus: "Ich habe super nette Leute kennengelernt." Wie es bei ihm sportlich weitergeht, ließ Licht offen: "Ich werde erst mal in Ruhe alles abwarten, und vielleicht mache ich auch ein Jahr Pause."