Das nennt man Effektvität: mit schnellen, intelligenten Spielzügen den Gegner auskontern und einen Treffer schöner als den anderen erzielen. Topfit präsentierte sich der TSV Neudrossenfeld beim Spitzenteam der Fußball-Landesliga Nordost, SV Friesen, und hatte keinen schwachen Punkt in seinen Reihen. Überlegt, zweikampf- und spielstark gingen die Männer aus dem Kulmbacher Land zu Werke und hatten zwar die geringeren Spielanteile, dafür aber mehr Übersicht.

Hinten hielten die Kollegen um Dirigenten Taubenreuther ihre Gegenspieler gut in Schach, vorne war Diwersi ein ständiger Unruheherd, und der quicklebendige Außenstürmer Pajonk hielt seinen Kontrahenten ständig in Atem. Friesen blieb hinter den Erwartungen zurück, deutete nur nach der Pause seine Gefährlichkeit an, wie es Trainer Christoph Böger ausdrückte: "Da hatten wir den Anschlusstreffer auf den Fuß." Ansonsten stufte er die erste Hälfte als wenig sehenswert ein.

Die Chronologie der Neudrossenfelder Tore war beeindruckend: Das 0:1 entstand aus einer Viererkombination über Hilla, Zapf, Lattermann und Diwersi zu Rau, der aus 20 Metern - für SV-Schlussmann Walther überraschend - ins linke untere Eck traf. Dann das 0:2 mit einem Hammer von Lattermann in den rechten Winkel. Vorher hatte Diwersi den Ball klug abgeschirmt, ehe er ihn dem Genannten in den Lauf legte. Ein genau getimter Pass von Rau fand den freistehenden Lutz, der per Kopf zum 0:3 erfolgreich war. Und den Endstand bereitete Moore mit einem gefühlvollen, weiten Zuspiel in die Tiefe des Raums vor: Pajonk hob die Kugel elegant über den herausstürzenden Friesener Schlussmann ins Gehäuse. Chancen der Platzherren blieben Mangelware, einmal musste allerdings Taubenreuther (57.) in höchster Not retten.

"Glückwunsch", lautete der Kommentar des Friesener Trainers, der den verdienten Sieg neidlos anerkannte. Bei seinem Team habe vor allem vor der Pause der Drang zum Tor gefehlt, ergänzte er. TSV-Coach Peter Schmidt freute sich über die schön herausgespielten Treffer und sagte: "Meine Leute haben die Aufgabe gegen ein Spitzenteam gut gelöst."

Was beim Sieger noch auffiel: Der TSV erwies sich als homogene Elf mit viel Gemeinschaftsgeist. Hier ist keiner Star, jeder setzt sich jeder für jeden ein.


SV Friesen - TSV Neudrossenfeld 0:2 (1:4)

SV Friesen: Walther - Woitschitzke, Meyer (63. Köcher), Zwosta, Fugmann (53. Schubart), Beetz, Lindner, Hahn, Baier (63. Münch), Sudol, Dalke.
TSV Neudrossenfeld: Küfner - Hilla, Zapf, Taubenreuther, Lattermann, Rau, Diwersi (83. Kempf), Lutz (72. Brand), Moore, Lämmert (85. Brumm), Pajonk.
Tore: 0:1 Rau (18.); 0:2 Lattermann (31.); 0:3 Lutz (55.); 1:3 Münch (70.); 1:4 Pajonk (76.). - Schiedsrichter: Hernrich (Urspringen). - Zuschauer: 230.