"So kann es nicht weitergehen. Ich habe wohl ein bisschen zu viel gelobt", machte Bezirksspielleiter Günter Hahn den Vereinen der beiden Fußball-Bezirksligen Ost und West bei der gemeinsamen Sommerarbeitstagung im Sportheim des FC Eintracht Münchberg klar. Denn der Trend der vergangenen Jahre zu mehr Fairplay konnte in der abgelaufenen Saison nicht fortgesetzt werden. Im Gegenteil: Überall gab es einen Anstieg bei der Anzahl der Vergehen. So nahmen zum Beispiel die roten Karten in der Bezirksliga Ost von 34 auf 48, also um 41 Prozent, zu. Das Ende der Fairness-Tabelle zieren der TSV Neudrossenfeld II (4,52 Punkte) und der TSC Mainleus (4,91). Dass es auch anders geht, bewies Meister TSV Kirchenlaibach (1,58).

Sportgerichtsbeisitzer Rainer Cyris sprach von einem traurigen Rekordjahr mit 341 Fällen ("so was gab's noch nie") - und das - nach dem Wegfall der Bezirksoberliga - bei einer Spielklasse weniger. Hätten die Strafzahlungen im Schnitt meist bei 12 000 Euro gelegen, mussten die Vereine diesmal über 16 000 Euro berappen. Der Umgang mit den Schiedsrichtern sei teilweise nicht mehr hinnehmbar. Kopfschütteln gab es im Saal über Cyris' Bericht von Prügeleien bei Jugendspielen.

Schiedsrichterobmann Siegfried Brehm wies erneut darauf hin, dass "wir seit ein, zwei Jahren zu wenig Leute haben". Die Qualität der Referees sei hingegen nicht schlecht. Da es im Westen aber wesentlich mehr qualifizierte Schiedsrichter gebe, werden in der kommenden Saison die Kosten im Osten deutlich höher ausfallen.
Das Licht erloschen ist laut Bezirksseniorenleiter Gunter Ruck - außer im Kreis 3 - in den Klassen Ü40/Ü50. Ziel sei es, den Bereich wieder anzukurbeln.

Trotz der schlechten Witterung - bis zum 27. Spieltag (6./7. April) gab es Ausfälle - kamen 37 000 Zuschauer zu den Spielen der Bezirksliga Ost, was 122 pro Partie entspricht. Den besten Schnitt hatte der FC Steinbach-Dürrenwaid (187), gefolgt vom FC Eintracht Münchberg und SSV Kasendorf (jeweils 169).
Bezirksvorsitzender Karlheinz Bram ermahnte die Vereine, sich jetzt die Auf- und Abstiegsregelung anzusehen und nicht erst dann, wenn sie betroffen sind. Er hoffte, dass es dann nicht wieder erst bei der Relegationsbesprechung zu Beschwerden kommt.

Das Eröffnungsspiel bestreiten am Freitag, 19. Juli, der FC Eintracht Münchberg und Aufsteiger TSV Bindlach. Die anderen Mannschaften greifen erst eine Woche später ins Geschehen ein. Für den 24. November ist ein variabler Spieltag angesetzt, der am 9. März 2014 nachgeholt würde. Zur Winterarbeitstagung treffen sich die Vereine am 2. Februar. Das Endspiel um die oberfränkische Bezirksmeisterschaft wird am 28. oder 30. Mai ausgetragen. Die Eintrittspreise ändern sich nicht.

Meisterschaft: Kasendorf steht hoch im Kurs

Der SSV Kasendorf zählt auch in der kommenden Saison zum engeren Favoritenkreis in der Fußball-Bezirksliga Ost. Das ergab eine BR-Umfrage unter den Vereinen. Fünf Konkurrenten haben den Tabellenfünften der vergangenen Spielzeit auf der Rechnung. Mehr Stimmen erhielten nur der in der Relegation am FC Burgkunstadt gescheiterte FC Steinbach-Dürrenwaid (sechs) und der FSV Bayreuth (elf). Nicht so hoch eingeschätzt werden der andere Absteiger, TSV Thiersheim (zwei) und Vizemeister ZV Thierstein, der wie der neue Verein des ehemaligen Mainleusers André Riedel, TSV Mistelbach, einmal genannt wurde.