Schon viele tausend Menschen folgten in den vergangenen Jahren dem Aufruf "Lauf10!" mit nur einem Ziel: in zehn Trainingswochen fit werden für die zehn Kilometer. Bayernweit bieten Sportvereine lokale Gruppen an. Über 200 Vereine in ganz Bayern waren es im vergangenen Jahr - und mit dabei war auch die SGB Stadtsteinach. Das große Finale ging mit einem großen Abschlusslauf durch die Hopfengärten rund um den Markt Wolnzach in der Hallertau über die Bühne. Die SGB Stadtsteinach entschied sich, den Abschlusslauf in der heimischen Region mit den beiden Laufgruppenleiterinnen Jutta Kratzel und Helga Kauper durchzuführen.


Fit in nur zehn Wochen

Kauper: "Das Training begann am 25. April, und das erklärte Ziel war, von null auf zehn Kilometer zu kommen. Wir haben versucht, Leute zu animieren und sie sprichwörtlich vom Sofa runter zu holen, um die Knochen zu bewegen. Unser Aufruf ist gut angenommen worden. Wir waren gut 30 Teilnehmer aus Kulmbach und haben zweimal in der Woche trainiert." Die Laufrouten erstreckten sich dabei vom Buchenwald an der Plassenburg bis hin zum Rehberg.
Der Abschlusslauf fand mit 24 Teilnehmern in der Kulmbacher Umgebung statt, den Weg nach Wolnzach ersparten sich die Läuferinnen. "Unsere Teilnehmer haben alle das Ziel erreicht. Es war zum Teil harte Arbeit, weil viele auch während des Laufes motiviert werden mussten", sagt Kauper.
Monika Weisath (48), die aus dem Landkreis Landshut stammt und in Kulmbach in einem Seniorenheim arbeitet, hat schon seit längerer Zeit eine Laufgruppe gesucht. Sechs Kilo hat sie bei dem wöchentlichen Training verloren, doch das war nicht ihr Hauptziel. Es ging ihr vielmehr um den Spaß. "Alleine wäre ich nicht gelaufen. Gut war, dass immer eine Trainerin dabei war und genau gesagt hat, wie man laufen muss, auch von der Körperhaltung her. Sie haben auch erklärt, wie man mit dem Fuß auftritt oder die Arme bewegt", sagt Weisath. Sie war zufrieden, wenngleich der Abschlusslauf bei ihr nicht so gut gelaufen sei.


Viel Spaß in der Gruppe

Carolin Ott (41) ist zum "Lauf 10!" überredet worden: "Meine Freundin hat gesagt: ,Komm, das ziehen wir jetzt durch'. Und ich muss sagen, es hat echt Spaß gemacht. Alleine fehlt es an der Motivation. Der Anfang war bei mir so ein Auf und Ab. Einmal hatte ich mir beim Training leicht getan, dann war es wieder etwas schwieriger, und beim letzten Training dachte ich, ich packe die zehn Kilometer überhaupt nicht. Aber ich habe den Abschlusslauf dann locker geschafft."
Angelika Göhl war mit ihren 56 Jahren eine der ältesten Teilnehmerinnen. Was bei ihr besonders bemerkenswert war: Sie hat noch nie Ausdauersport gemacht: "Ich hatte immer gesagt, das mache ich nie, das schaffe ich niemals." Und wenn sie Frauen durch die Gegend joggen sah, hatte sie für sie immer nur ein Lächeln übrig. "Ich wollte aber etwas in meinem Leben umstrukturieren - und genau zum richtigen Zeitpunkt hat Helga bei mir angerufen. Der tolle Nebeneffekt war dann auch das Abnehmen und die Kondition, denn ich hatte mir immer beim Treppensteigen schwer getan. Ich habe 13 Kilo abgenommen und alles fällt jetzt viel leichter. Ich bin überglücklich, dass mich Helga dazu animiert hat, und ich bin auch ganz stolz auf mich, dass ich das geschafft habe." Für Göhl gibt es nur eins: "Weitermachen, auf jeden Fall!" Die Kulmbacher Laufgruppe mit zehn Frauen wird zusammenbleiben. "In der Gruppe geht es immer leichter", sagt Volpert.