Jacob Schramm hat es wieder getan. Nämlich eine Medaille bei einer Deutschen Meisterschaft abgeräumt. Nummer 3 in dieser Saison schnappte sich das große Skitalent aus dem Frankenwald, genauer gesagt aus Eppenreuth bei Grafengehaig, im Super G. Am Götschen bei Bischofswiesen, seiner Trainingspiste, nutzte der Schüler des Sportinternats in Berchtesgaden seinen Heimvorteil und gewann Silber im Super G der Altersklasse U18. Es war seine dritte Silbermedaille in nur einem Jahr. Ende März 2016 gewann Jacob Silber in der Abfahrt, im Dezember Silber in der Super Kombination (Super G/Slalom), dann im Januar Bronze im Riesenslalom. Und nun wurde er erneut Zweiter.

Auch wenn der Rückstand des "Flachlandtirolers" aus dem Frankenwald mit 0,40 Sekunden auf Sieger Roman Frost kein Wimpernschlag war, ärgerte er sich ein bisschen. "Es wäre schon mal schön, einen Titel zu holen", gesteht Jacob Schramm.


Dreikampf an der Spitze

Roman Frost ist neben Fabian Himmelsbach derzeit der größte Konkurrent des jungen Oberfranken in der Altersklasse U18. Himmelsbach holte sich den Sieg in der am gleichen Tag ausgefahrenen Alpinen Kombination, zu der neben Super G auch ein Slalom zählt. Roman Frost kam hier auf Rang 2, Jacob Schramm wurde Dritter.
Der gleichaltrige Roman Frost besucht wie Jacob das Christopherus-Skigymnasium in Berchtesgaden, eine Eliteschule des Sports, ist aber schon Mitglied des deutschen C-/D-Nationalkaders. In diesen berufen zu werden, ist das große Ziel von Jacob Schramm in dieser Wintersportsaison. Die Entscheidung trifft am Saisonende eine Trainerkommission. Für diese zählen aber nicht nur harte Fakten wie Punkte in der FIS-Weltrangliste oder dem Deutschen Jugendcup. Die Trainer bewerten auch konditionelle Voraussetzungen der Athleten, schätzen deren Entwicklungspotenzial und Einstellung zum Leistungssport ein.

Punkte für die Ranglisten hat Jacob Schramm jüngst am Götschen wieder fleißig gesammelt. "Ich schaue derzeit, dass ich nicht das letzte Risiko gehe, um Punkte zu holen", sagt der 18-jährige Frankenwälder. Im Deutschen Jugendcup belegt er derzeit den 3. Rang hinter seinen Dauerrivalen Himmelsbach und Frost. Auch deswegen, weil Jacob in diesem Winter sicher wie nie auf dem Ski steht. Nur einmal kam er nicht in die Punkte. "Im Moment schaut es ganz gut aus", sagt der Eppenreuther, der auch in der Weltrangliste seines Jahrgangs in den Top Ten liegt.


Noch eine Titel-Chance

An diesem Wochenende startet Jacob so nah der Heimat wie nie. Denn er fährt heute und morgen zwei FIS-Riesenslaloms in Oberwiesenthal im Erzgebirge. Und dann hat er noch eine letzte Chance, sich seinen Traum vom Deutschen Meistertitel zu verwirklichen. Ende März wird die Saison mit der Abfahrts-DM in Garmisch abgeschlossen. "Dann werde ich voll angreifen," verspricht Jacob.