Die ersten Spiele dieser Europameisterschaft liegen hinter uns. Kaum ein Team hat sich bisher durch eine wirklich überzeugende Leistung in den Kreis der Titelanwärter gespielt. Man merkt den Mannschaften doch eine gewisse Nervosität an. Die Angst, gleich das erste Spiel zu verlieren und damit sofort unter Druck zu geraten, ist groß. So waren nahezu alle Spiele gezeichnet von mehreren gravierenden Abwehrfehlern, welche die Torhüter häufig in den Blickpunkt des Geschehens rücken ließen. Spektakuläre Abwehraktionen waren die Folge.

Auch das Team von Jogi Löw tat sich in seinem Auftaktspiel gegen sehr unangenehme und freche Ukrainer schwer. Die Skepsis vor diesem Turnier war groß. Verletzungen sowie extreme Formschwankungen wichtiger Stammspieler ließen viele Fußball-Fans im Vorfeld dieser EM stark an Jogi Löws Mannschaft zweifeln. Auch bei den Kindern unserer Fußballschule herrschte in den letzten Camps vermehrt die Meinung, dass für unsere Mannschaft schon nach dem Viertelfinale Endstation sein könnte.

Ganz so pessimistisch sehe ich das nicht. Nach den sehr durchwachsenen Auftritten seit der WM 2014 hatte ich schon das Gefühl, dass die Mannschaft von Jogi Löw es allen Kritikern zeigen wollte. Man merkte eine gewisse Spannung im Team. Die Motivation, das Double zu holen, war spürbar. Ich denke es ist noch viel Luft nach oben. Die hoffentlich verbesserte personelle Situation mit einem gesunden Hummels und einem fitten Schweinsteiger sowie sich steigernde Spieler wie Özil, Götze und Khedira lassen mich trotzdem etwas zuversichtlicher auf die kommenden Spiele blicken.

Der Auftakt ist geglückt, der Geist von 2014 muss wiedergefunden werden und der Glaube an ein starkes Turnier mit in die nächsten Spiele genommen werden. Dann werden auch Jungs und Mädchen in unserer Fußballschule wieder fest an den Titel glauben und die Trikots von Müller und Götze wieder häufiger zu sehen sein.