Die besten Kunstturnerinnen Bayerns trafen sich in Unterföhring zur Bayerischen Meisterschaft. Seit vier Jahren ist es das große Ziel von Katharina Kretzschmar, einen der begehrten zwei Startplätze für die Deutschen Titelkämpfe zu ergattern. In diesem Jahr hat Katharina deshalb noch konzentrierter trainiert und mehr Vorbereitungswettkämpfe absolviert. Unter anderem konnte sie den bundesoffenen Hofgartenpokal für sich entscheiden.

Nervöser Beginn

Los ging es für die 16-Jährige bei der "Bayerischen" am Stufenbarren, wo sie ihre Übung sicher durchturnte, aber doch sehr nervös wirkte. Auch auf dem zehn Zentimeter schmalen Zitterbalken kämpfte sie mit der Nervosität, kam aber ohne Absteiger durch ihre mit Höchstschwierigkeiten gespickte Übung und blieb so im Rennen um einen der beiden Qualifikationsplätze.

Weiter ging es mit ihrem Paradegerät in dieser Saison, dem Boden, an dem sie eine neue, sehr ausdrucksstarke Kür einstudiert hatte. Hier konnte sich die Nullachterin mit der besten Leistung aller Turnerinnen und der Höchstwertung von über 13 Punkten weiter nach vorne kämpfen.

Beim abschließenden Yamashita über den Sprungtisch zeigte Katharina ebenfalls eine Glanzleistung und wurde mit der besten Haltungsnote des Tages belohnt.

Nach dem angespannten Warten auf die Siegerehrung war dann die Freude riesengroß, als die 16-Jährige als bayerische Vizemeisterin aufs Podest klettern durfte und das Ticket für den Deutschland-Cup Ende Juni in der Nähe von Leipzig erstmals sicher hatte.

In der Erwachsenenklasse war in diesem Jahr das Teilnehmerfeld extrem groß und auch qualitativ sehr gut besetzt. Die erfahrene Maxi Roßberg vom TSV 08 zeigte nur am Startgerät, dem Schwebebalken, leichte Unsicherheiten und turnte sonst einen souveränen Wettkampf. Besonders ihre Bodenübung, für die sie die Tageshöchstnote erhielt, war eine Augenweide.

Maxi fehlen 0,25 Punkte zum Sieg

Am Sprungtisch zeigte Maxi erstmals einen Überschlag mit halber Schraube in der ersten und ganzer Schraube in der zweiten Flugphase in sehr guter Ausführung. Am Ende fehlten ihr nur 0,25 Punkte zum Sieg.
Wie knapp es in diesem Wettkampf zuging, zeigt auch der 4. Platz von Stephanie Galler, die nur einen halben Punkt weniger erturnte als Maxi. Stephanie ging durch eine Zerrung gehandicapt in den Wettkampf. So unterliefen ihr einige Fehler.

Aber dank ihrer guten Vorjahresleistung (Platz 7 in Deutschland) wurde auch sie von Landesfachwartin Natalie Pitzka für die "Deutsche" nominiert.

Louisa Carl der Unglücksrabe

Der Unglücksrabe aus 08-Sicht war an diesem Tag Louisa Carl. Sie turnte einen fehlerfreien Wettkampf, doch fehlten ihr am Ende bei über 50 erturnten Punkten nur 1,5 Zähler auf die Siegerin. Als Sechste verpasste sie denkbar knapp die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. In der gleichen Klasse zeigte auch Lisa Geier einen soliden Wettkampf und wurde Zwölfte.

In der Altersklasse der 14/15-Jährigen sammelte Franziska Schmidt weitere Wettkampferfahrung. Es wollten an diesem Tag nicht alle Teile wie gewünscht funktionieren, aber Franzi kämpfte um jedes Zehntel und wurde am Ende mit einem guten 7. Platz belohnt. Luisa Helfrich wurde hier Zwölfte.