Das bislang wichtigste Saisonspiel bestreitet Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth am Sonntag (15 Uhr) gegen Rasta Vechta. Ein Blick auf die Tabelle genügt, um die Brisanz zu erkennen: Mit Rang 16 rangieren die Niedersachsen genau einen Platz vor den Bayreuthern. Der Vorsprung beträgt lediglich zwei Punkte, zudem hat das Team von Trainer Pat Elzie das Hinspiel knapp mit 85:80 für sich entscheiden können. Bei einem Sieg mit mehr als sechs Körben Differenz würde Bayreuth vorerst die Abstiegsränge verlassen - bei einer Niederlage würde der Rückstand zum rettenden Ufer zwei Siege betragen. Zudem spräche dann noch der direkte Vergleich für den Aufsteiger.

Bayreuths Trainer Michael Koch spricht von einem "richtungsweisenden und vorentscheidenden Spiel" - dazu brauche man nur auf die Tabelle schauen. Bei der deutlichen Niederlage in Oldenburg habe ihn, Koch, die Tatsache überrascht, "dass wir defensiv überlaufen worden sind, denn das hatte in den letzten Wochen einigermaßen gut geklappt". Im Training sei daher die Gangart in den letzten Einheiten vor dem Vechta-Spiel etwas härter gewesen. "Wir müssen mehr Intensität zeigen, auch wenn wir trainieren. Dadurch müssen wir den Kampfgeist stärken, den wir am Sonntag brauchen", so Koch.

Während Bayreuth in Oldenburg mit 78:111 unterging, hatte Vechta gegen Bonn eine Sensation vor Augen. In den letzten Sekunden unterlag man in eigener Halle mit 80:82.

Im Hinspiel war Jacob Doerksen mit 30 Punkten der überragende Mann des Abends. Der Power Forward (Kanada, 26, 202 cm) kommt im Saisonschnitt allerdings nur auf 10,9 Punkte im Schnitt. Vechta hat insgesamt sechs Spieler, die pro Match zweistellig punkten. Richard Williams (Point Guard, USA, 26, 178 cm) ist mit 14,2 Zählern bislang der erfolgreichste Werfer der Mannschaft. Der vor wenigen Wochen aus Bayreuth nach Vechta gewechselte Will Conroy (Point Guard, USA, 31, 188 cm) kommt auf 11,3 Punkte.

Frankenderby in Bamberg

Die Brose Baskets Bamberg treten am Sonntag (17 Uhr) gegen den abstiegsbedrohten Nachbarn aus Würzburg erstmals mit Neuzugang Jared Jordan (Bonn) an. Er wurde am Donnerstag beim deutschen Meister als Nachfolger für Zack Wright auf der Spielmacher-Position präsentiert. "Jared wird uns sicher weiterhelfen, aber wir müssen ihm ein bisschen Zeit geben. Es war keine einfache Woche, die er gerade gehabt hat", umschreibt Bambergs Trainer Chris Fleming das Hin und Her um den besten Aufbauspieler der Liga. Am Mittwoch hatte er noch die Bonner in Vechta zum Sieg geführt, 17 Stunden später war er schon in Bamberg.

Jordan selbst freut sich natürlich auf die Premiere in der Domstadt, betont aber: "Ich habe keine großen Erwartungen. Es ist ja auch nicht entscheidend, wie ich am Sonntag spiele, sondern wie ich in ein paar Wochen auftrete."

Brisanz bringt eine weitere Personalie ins Derby: Mit Maurice Stuckey geht ein an Würzburg ausgeliehener Bamberger an alter Wirkungsstätte auf Korbjagd. Der 23-Jährige erhielt zuletzt viel Spielzeit von Trainer Stefan Koch und bedankte sich mit guten Leistungen und 11,8 Punkten im Schnitt für das Vertrauen.