Mit einer falschen Aufstellung verspielten die Gastgeber einen Joker und damit das mögliche Unentschieden. Die Domstädter besetzen seit Wochen grundsätzlich nicht das Schwergewicht. Trotzdem wurde der Nestor und Punktgarant Andreas Spatschke ausgerechnet hier aufgeboten. Damit schwächte sich der RSC selbst in den beiden so wichtigen Halbschwergewichtskämpfen.


15-Jähriger ist Matchwinner

Von den 14 Partien gingen nur fünf an die Gastgeber, neun an die Domstädter. Der erst 15-jährige Johannes Baum avancierte für Bamberg zum Matchwinner. Er bezwang erst in einem griffreichen Gefecht Neuzugang Sven Keil und legte im zweiten Kampf Patrick Weiß mit einem Halbnelson sogar auf die Matte. Bei einem Gewichtsklassentausch hätten sowohl Keil als auch Weiß die Punkte im von Bamberg vakant gelassenen Schwergewicht schon auf der Waage kassiert, während Haudegen Spatschke mit dem Nachwuchsringer Baum jeweils kurzen Prozess gemacht hätte.
Nur Michail Thomas und Waldemar Schefel beherrschten auf Seiten des RSC ihre Kontrahenten klar. Sie sind die Vorbilder in der Marktleugaster Staffel und zeigen jeweils die schönsten Wurftechniken. Thomas bezwang Sebastian Ulitzka (75 kg) nach Punkten und legte Dirk Schmidt (86 kg) mit einer Brückenfessel auf beide Schulterblätter. Mit zehn Saisonsiegen hat er die beste Bilanz auf Seiten von Marktleugast.
Der agile und wurffreudige Schefel bezwang Ali Naseri mit einer sauberen Schleuder.
Ansonsten gab es nur enttäuschende Niederlagen bei den Gastgebern. Jugendringer Daniel Sautner (57 kg) ging gegen Turpul Saipov in beiden Kämpfen vorzeitig auf die Schulterblätter.
Maik Hoffmann (61 kg) erlebte gegen David Korsunav ebenfalls nicht den Schlussgong.
Etwas besser lief es im Mittelgewicht für David Sadek (86 kg). Er durfte im klassischen Duell gegen Gästeringer Dirk Schmidt zumindest über die volle Distanz gehen. Schmidt brachte ihn immer wieder an den Mattenrand und sammelte mit einem Kopfzug seine Punkte.
Im zweiten 66-kg-Kampf konnte Hagos Musazgi nicht seinen gefürchteten Überstürzer ansetzen und wurde vom technisch versierten Gästeringer David Held mit einer Brückenfessel geschultert.
Nicht viel besser erging es Johannes Thomas (75 kg) im letzten Kampf des Abends. Er musste die Überlegenheit vom Sebastian Ulitzka anerkennen.