Warum ist der TSV zu Hause nicht in der Lage, eine Partie gegen einen keineswegs übermächtigen Rivalen erfolgreich zu gestalten und hat am Schluss immer wieder das Nachsehen? Der Fußball-Bayernligist TSV Neudrossenfeld hat das Siegen verlernt und sich offensichtlich an Niederlagen gewöhnt. Anders ist der Auftritt am vergangenen Samstag nicht zu erklären.

Meyer trifft früh

Dabei waren die Voraussetzungen gut, denn bereits in der dritten Minute passte Gashi wunderschön zu Meyer - und der wiedergenesene Goalgetter ließ dem Gästeschlussmann mit einem feinen Schrägschuss in die rechte obere Ecke keine Chance. Drei Zeigerumdrehungen später brachte sich der Neuling aber schnell um seinen Lohn. Hahn schlug das Leder unkonzentriert dem gegnerischen Kapitän Breunig vor die Füße und dieser ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen.

Das wirkte wie ein Schock, die Einheimischen ließen sich nun das Spiel der Haibacher aufzwingen, agierten nervös, fabrizierten Fehlpässe. Ein echtes Bemühen für einen Umschwung konnte man nicht erkennen. Anders die Gäste: Huth (15.) scheiterte zunächst aussichtsreich, der agile Breunig (18.) zielte per Kopf ganz knapp über die Latte und traf in der 22. Minute nur den Pfosten, ehe Trapp (32.) ebenfalls um Zentimeter verfehlte.

In dieser Phase hätte Hainbach alles klarmachen müssen. Die Neudrossenfelder hatten lediglich nach schöner Einzelleistung von Gashi eine weitere Möglichkeit, Emmel parierte jedoch. Und dann die Ernüchterung: Weickmann foulte an der Strafraumgrenze und Cmiljanovic zirkelte kurz vor dem Pausenpfiff den fälligen Freistoß ins Netz.

In Hälfte 2 ohne Erfolg

In der zweiten Hälfte ein verändertes Bild: Die Gastgeber agierten nun zwingender, aber erfolglos. Lattermann brachte das Kunststück fertig, mit dem Leder aus kürzester Distanz unbedrängt genau den auf der Torlinie stehenden Sänger zu treffen. Meyer (72.) hatte Pech im Abschluss, und Tonkas Schuss (76.) konnte der Haibacher Keeper gerade noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken.

Die Unterfranken dagegen bauten stark ab. Einzig Breunig (82.) sorgte nochmals für Gefahr, Grüner ahnte jedoch die Ecke. So sauer sah man TSV-Trainer Detlef Hugel schon lange nicht mehr: "Eine katastrophale Leistung, mehr will ich dazu nicht sagen." Zumindest für die erste Hälfte muss man ihm zustimmen. Sein Gegenüber Klaus Hildenbeutel freute sich sichtlich über die drei Punkte, "die den Klassenerhalt bedeuten. Meine Jungs haben entsprechend gekämpft". Kapitän Breunig, Trapp, Lettelier und Fröhlich waren ihre auffälligsten Akteure, bei Neudrossenfeld setzte niemand wirkliche Akzente. Die Luft und der Wille scheinen beim TSV endgültig raus zu sein.

TSV Neudrossenfeld -
SV Haibach 1:2
TSV Neudrossenfeld: Grüner - Hahn (46. Dießenbacher), Zapf, Weickmann, Taubenreuther, Lattermann (70. Jahrsdörfer), Tonka (80. Diwersi), Meyer, Henriques, Pajonk, Gashi.
SV Haibach: Emmel - Sauer, Huth (88. Hopf), Tewelde, Trapp, Sänger, Letellier (82. Velemir), Allig, Cmiljanovic (90. Meyer), Fröhlich, Breunig.
Schiedsrichter: Steffen Brütting (Effelltrich). - Zuschauer: 120. - Tore: 1:0 Perparim Gashi (3.), 1:1 Christian Johannes Breunig (6.), 1:2 Mihailo Cmiljanovic (42.)