Nur 88 statt möglicher 90 Vereine bilden in der kommenden Saison 2016/17 die fünf bayerischen Landesligisten. Denn kurzfristig hat der TSV Neustadt/Aisch seine Mannschaft aus der Landesliga Nordwest zurückgezogen, nachdem neben den Trainern auch 18 Spieler den Verein verlassen haben. "Es ist alles sehr schade, sehr traurig. Aber wir sehen keine andere Möglichkeit", sagt Vorsitzender Hans Geißdörfer.


Zwei Plätze bleiben frei

Nun sind in den fünf Landesligen zwei Plätze frei, die aber nicht mehr vergeben werden, sagt der Spielleiter der Landesliga Nordost, Patrick Garbe (Bamberg). Die Relegation sei mit der 2. Runde am vergangenen Sonntag abgeschlossen, neue Paarungen würden nicht mehr angesetzt.

Der Spielleiter der Landesliga Nordwest, Bernd Reitstetter (Würzburg) erklärt: "Es wird in der neuen Saison zwei Landesligen mit 17 Vereinen und drei mit 18 geben." Die Vereine in den beiden 17er-Ligen hätten dann den Vorteil eines verringerten Abstiegs.

Dennoch könnte es in den beiden fränkischen Landesligen einen Verein zu viel geben, wenn nämlich der VfL Frohnlach in der letzten Relegationsrunde um einen freien Bayernliga-Platz am Südklub SV Erlbach scheitert. Die Frohnlacher würden normalerweise der Landesliga Nordwest zugeordnet werden, die dann die Maximalzahl von 18 Vereinen erreicht hätte.

Die Nordost-Gruppe hätte aber 19 Vereine, wenn dem SV Mitterteich der Wunsch nach Rückkehr von der Landesliga Mitte in die Gruppe Nordost erfüllt wird. Müsste dann der SC Schwabach 04 als südlichster Verein in die Gruppe Mitte wechseln? Der Bezirksliga-Meister würde damit aber um die Derbys mit den zehn anderen Vereinen aus dem Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen-Forchheim gebracht werden.


"Alles noch Spekulation"

"Wie die Ligen aussehen werden, ist derzeit alles noch Spekulation", sagt Bernd Reitstetter, hänge doch viel vom Abschneiden der Frohnlacher in der Relegation ab. Ein weiteres Fragezeichen stehe hinter dem 1. FC Eintracht Bamberg, dessen Zukunft auf Grund des Insolvenzverfahrens noch nicht geklärt sei, meint der Landesliga-Spielleiter.

Wer in welcher der fünf Landesligen spielt, wird der Verbandsspielausschuss nach Abschluss der Relegation in Absprache mit den Landesligasprechern entscheiden. "Die Vereine haben anders als früher viel mehr Mitspracherecht", sagt Reitstetter. Natürlich werde er als Spielleiter die Interessen der Vereine berücksichtigen und ihnen möglichst viele Derbys ermöglichen. "Ich weiß doch auch, dass die Vereine dringend auf die Einnahmen aus den Derbys angewiesen sind."

Trotzdem ließen sich aber Umgruppierungen von Vereinen an den geographischen Grenzen zweier Landesligen nie vermeiden. So muss möglicherweise ein Verein aus der Landesliga Nordost in die Nordwest-Liga wechseln - auch wenn viele die Fahrten über die stauträchtige A3 Richtung Unterfranken fürchten, wie Reitstetter weiß.

Die Saison in den Bayern- und Landesligen startet am 15./16. Juli.


So könnten die Ligen aussehen

Bayernliga Süd (Sollzahl 18):
FC Augsburg II, TSV Rain/Lech (beide Absteiger Regionalliga), SV Pullach, FC Sonthofen, FC Unterföhring, SV Heimstetten, SV Kirchanschöring, TSV Dachau, SpVgg Hankofen-Hailing, FC Pippinsried, TSV Kottern, BCF Wolfratshausen, TSV Schwabmünchen, TSV Landsberg, TSV Bogen, FC Ismaning (Meister Landesliga Südost), FC Gundelfingen (Meister Landesliga Südwest), ev. SV Erlbach oder DJK Vilzing.

Bayernliga Nord (18):
Viktoria Aschaffenburg (Regionalliga-Absteiger), FC Amberg (Regionalliga-Absteiger), VfB Eichstätt, TSV Großbardorf, SpVgg Weiden, SV Alemannia Haibach, SC Eltersdorf, TSV Aubstadt, FC Sand, SC Feucht, DJK Bamberg, Würzburger FV, SSV Jahn Regensburg II, Würzburger Kickers II, ASV Neumarkt (Meister Landesliga Nordost), SpVgg Ansbach (Meister Landesliga Nordwest), DJK Ammerthal (Meister Landesliga Mitte), ev. VfL Frohnlach oder DJK Vilzing.

Landesliga Nordwest (18): FC Eintracht Bamberg, SV Erlenbach/Main (beide Bayernliga-Absteiger), FC Schweinfurt II, TSV Abtswind, TSV Kleinrinderfeld, TG Höchberg, DJK Schwebenried/Schwemmelsbach, Bayern Kitzingen, SV Memmelsdorf/Ofr., TSV Karlburg, FC Coburg, ASV Rimpar, Viktoria Kahl, TSV Unterpleichfeld (Meister Bezirksliga Unterfranken Ost), TuS Röllbach (Meister Bezirksliga Unterfranken West), FC Fuchsstadt (Vizemeister Bezirksliga Unterfranken West), FC Lichtenfels (Meister Bezirksliga Oberfranken West), hinzu kommen der VfL Frohnlach oder ein Verein aus der Landesliga Nordost.

Landesliga Nordost (18): Jahn Forchheim (Bayernliga-Absteiger), TSV Kornburg, SG Quelle Fürth, ASV Vach, TSV Neudrossenfeld, TSV Nürnberg-Buch, SpVgg Selbitz, ASV Pegnitz, Dergahspor Nürnberg, FSV Erlangen-Bruck, FC Vorwärts Röslau, ASV Veitsbronn-Siegelsdorf, SSV Kasendorf, Baiersdorfer SV, FSV Bayreuth (Meister Bezirksliga Oberfranken Ost), SpVgg Bayreuth II (Vizemeister Bezirksliga Oberfranken Ost), ATSV Erlangen (Meister Bezirksliga Mittelfranken Ost), SV Mitterteich (bisher Landesliga Mitte), ev. SC Schwabach (Meister Bezirksliga Mittelfranken West).