Wiesbaden war der Austragungsort der 70,3-Ironman-Distanz, die gleichzeitig in allen Altersklassen als Europameisterschaft gewertet wurde. Aufgrund einer sehr guten Leistung im vergangenen Jahr machte sich Nadja Lindner vom ATS Kulmbach Hoffnungen auf einen der vorderen Plätze.
Sie startete in der Altersklasse 35 bis 39 Jahre, die äußerst stark besetzt war. Durch die vergangenen Rennen hatte Lindner wieder eine All-World-Athlete-Auszeichnung in Silber bekommen, was bedeutet, dass sie zu den besten fünf Prozent der Athleten in dieser Alterklasse gehört - weltweit. Dadurch erhielt sie eine niedrige Startnummer - und den Radständer direkt neben den Profis.


Rundkurs mit Landgang

Geschwommen wurde im Raunheimer Waldsee. Es war ein Rundkurs mit Landgang zu absolvieren, im rollenden Start, das heißt, dass sich alle AK-Athleten im Vorstartbereich an Land einer Zeitzone zuordnen und nacheinander ins Wasser gehen. Dabei überqueren sie erst am Ufer die Zeitmatte.
Viele Athleten hatten sich utopischen Zeiten zugeordnet, und so ging es beim Schwimmen zur Sache. Lindner wurde dabei mehrmals von einem anderen Athleten unter Wasser gedrückt. Geschockt schwamm sie ganz außen, um sich aus dem gröb sten Getümmel herauszuhalten. Dabei hatte sie weit über 2000 Meter absolviert und kam erst nach 33:58 Minuten aus dem Wasser.
Beim Radfahren ging sie die Strecke ruhiger an, da sie vom vergangenen Jahr wusste, was auf sie zukommen würde: eine Radstrecke mit 1500 Höhenmetern auf 90 Kilometern durch den Taunus mit Anstiegen von teilweise 18 Prozent und Auffahrten von über fünf Kilometern Streckenlänge. Es hatte in den höheren Lagen geregnet, sodass die Straße leicht feucht war. Die Abfahrten waren nur für sehr gute und erfahrene Radsportler geeignet. So erreigneten sich vor Lindner zwei Unfälle, bei denen sie gerade noch reagieren konnte.


Beim Laufen nicht in Form

Nach 3:09 Stunden hatte sie in guter körperlicher Verfassung das Radfahren beendet und hatte vor, beim Laufen alles zu geben. Gelaufen wurde in toller Umgebung - vier Runden im Kurpark mit vielen Zuschauern. Nach zehn Kilometern ließ Lindner deutlich nach, obwohl Platz 3 schon in Reichweite war. Es war heiß, und sie kam mit der Verpflegung nicht mehr hinterher.
So wurde sie noch von einigen Konkurrentinnen der Altersklasse überholt. In der für sie schlechten Laufzeit von 1:44 Stunden kam sie nach einer Gesamtzeit von 5:35,15 Stunden ins Ziel. Gewonnen hat die Altersklasse Rebecca Fondermann (Deutschland) in 5:05:32 vor Angela Nikolaus (Schweiz) in 5:08:51 sowie Anja Kobs (Deutschland) in 5:27:15. red