Die Wünsche der Heimbewohner waren vielfältig. Sie hatten sich nicht nur gut vorbereitet, sondern trugen ihre Anliegen auch selbstbewusst vor. David Reimer etwa, der wissen wollte, wie es mit dem Radweg zwischen Wirsberg und Himmelkron weitergeht: "Ich wohne in der Außengruppe in Wirsberg und will auf der Strecke Radfahren." Auch Rosi Heller, die stellvertretende Vorsitzende der Bewohnervertretung, hatte klare Vorstellungen: "Ich will wissen, wie wir uns die Zukunft miteinander vorstellen - Bewohner aus den Heimen und nicht behinderten Menschen. Ich kann mir vorstellen, dass man auch einmal zusammen etwas macht. Das ist mein Wunsch an den Bürgermeister."

Auch ausgefallene Anliegen

In der Veranstaltung, zu der der Angehörigen- und Betreuerbeirat der Himmelkroner Heime am Samstagnachmittag ins Gasthaus Opel eingeladen hatte, ging es meist um Verbesserungen im ÖPNV und vernünftige Gehwege im Gemeindebereich. Aber es waren aber auch ausgefallene Wünsche dabei, etwa die Schaffung einer 400-Meter-Laufbahn, die Errichtung einer Zuschauertribüne am Sportplatz oder ein Haltepunkt an der "Schiefen Ebene".

Die Moderation lag in den Händen von Walter Herrmann, der kurzfristig für den erkrankten Dietmar Hornfeck eingesprungen war und der auch die Idee zur Diskussion hatte.

Heidi Geißler freute sich seitens der Bewohnervertretung über die Einladung: "Ich finde es toll, dass unsere Bewohner einbezogen und motiviert werden, sich einzubringen und zur Wahl zu gehen."

Wie Pia Aßmann, die Vorsitzende des Angehören- und Betreuerbeirats erläuterte, war die Ausübung des Wahlrechts für Heimbewohner das Thema einer Sitzung. Derzeit seien 95 Prozent der knapp 450 Heimbewohner am 16. März wahlberechtigt.

"Arbeit scheinbar gut gemacht"

Moderator Walter Herrmann eröffnete die Runde mit dem Hinweis, dass in vier Wochen ein neuer Bürgermeister und Gemeinderat gewählt werden: "Beim Bürgermeister gibt es nur einen Kandidaten. Scheinbar hat er seine Arbeit gut gemacht - aber das Fazit müssen sie selbst bei der Wahl ziehen." Bei der Gemeinderatswahl habe der Wahlberechtigte 16 Stimmen zu vergeben. Wie er das tun kann, erklärte später Wahlleiter Reinhard Stelzer.

Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) betonte eingangs, dass für ihn Kommunalpolitik in erster Linie Dienst am Bürger ist: "Ich finde, es ist die großartigste Aufgabe, die es gibt. Seit zwölf Jahren darf ich im Auftrag unserer Einwohner das Amt des Bürgermeisters ausüben und unsere Gemeinde damit an vorderster Stelle mitgestalten. Ich denke, Himmelkron ist in dieser Zeit gut vorangekommen und hat sich entsprechend auch entwickelt. Wir können gemeinsam stolz darauf sein, was wir miteinander erreicht haben."

In seinem Fazit der vergangenen sechs Jahre sprach Schneider von einer sehr erfolgreichen Arbeit: "Himmelkron ist eine auf-strebende Gemeinde mit einer hervorragenden Entwicklung. Sie steht unter den Kommunen im Landkreis Kulmbach vielfach an der Spitze der Entwicklungen."

"Inklusion wird ernst genommen"

Zu den Bewohnern der Himmelkroner Heime stellte der Bürgermeister fest: "Für mich sind es Menschen wie Du und ich. Wir brauchen einander und wir können voneinander lernen. Für mich ist auch klar, dass die Inklusion in Himmelkron ernst genommen wird, und wir haben dazu auch regelmäßige Gespräche zwischen der Spitze unserer Gemeinde und der Leitungsebene der Himmelkroner Heime."

Im weiteren Verlauf stellten Peter Aßmann für die SPD, Alfons Lauterbach für die Freien Wähler und Harald Peetz für die CSU die Arbeit der Fraktionen und auch die Kandidatinnen und Kandidaten auf der jeweiligen Gemeinderatsliste vor.