Ein Familienmitglied hatte die Kulmbacher Polizei über die Äußerungen informiert und darauf hingewiesen, dass sich der 19-Jährige äußerst aggressiv verhalte, erklärte die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken, Stefanie Püttner.

Die Polizei versuchte mit dem 19-Jährigen Kontakt aufzunehmen. Dabei waren auch Spezialisten der Verhandlungsgruppe im Einsatz. Doch selbst die Experten hatten keinen Erfolg: Der Mann ging nicht ans Telefon und öffnete den Beamten auch nicht die Tür seiner Wohnung.

Nachdem die Polizeibeamten davon ausgehen mussten, dass der Mann mindestens im Besitz eines Messers war, das er auch gegen die Polizei einsetzen würde, wurde das Sondereinsatzkommando aus Nürnberg zur Unterstützung nach Kulmbach gerufen.


Festnahme um 3 Uhr in der Nacht

Nachdem die Spezialkräfte die Wohnungstür aufgebrochen hatten, ließ sich der junge Mann gegen 3 Uhr widerstandslos festnehmen, so Pressesprecherin Stefanie Püttner.

Nach ärztlicher Begutachtung entscheidet nun das Landratsamt Kulmbach über die weiteren Maßnahmen.

Erst vor kurzem hatte ein SEK-Einsatz in Kulmbacher Stadtteil Siedlung für Aufsehen gesorgt. Damals hatte sich ein 54-Jähriger in einem lebensbedrohlichen Gesundheitszustand befunden und jede Art von Hilfe abgelehnt.

Der Mann hatte angekündigt, jedem mit Waffengewalt zu begegnen, der sich ihm nähere. Wie im aktuellen Fall ließ er sich dann aber von den SEK-Kräften ohne Gegenwehr aus der Wohnung bringen und in ärztliche Obhut übergeben.