Die Entscheidung fiel im Familienkreis. "Ganz nüchtern" seien die Weichen für die Zukunft von Schuh und Sport Mücke gestellt worden: Die Mücke Gruppe wurde am Mittwoch an die Mainhausener ANWR Group verkauft. Die Verträge unterzeichneten in Frankfurt Thomas Mücke als Geschäftsführer sowie ANWR-Vorstandsvorsitzender Günter Althaus und Finanzvorstand Frank Schuffelen.

Mücke bleibt Geschäftsführer

Thomas Mücke wird weiter in der Geschäftsführung bleiben - auch in den nächsten Jahren. Das bestätigte er gegenüber unserem Portal.

Auch müsse sich niemand Sorge um seinen Job machen, "ganz im Gegenteil". Heuer sollen noch zwei weitere Standorte eröffnet werden, zwei weitere sollen im kommenden Jahr folgen. Hinzu komme die geplante Inbetriebnahme eines neuen Logistik- und Verwaltungszentrums in Scheßlitz. Die 650 Mitarbeiter, die in der Zentrale in Bamberg und in den Geschäften arbeiten, werden in die neue Gesellschaftsstruktur übernommen, unterstrich auch der neue Besitzer ANWR in einer Presseerklärung

Nach Partner gesucht

Der 53-Jährige Mücke stellt klar, dass es keine finanziellen Zwänge waren, die zu dem Verkauf führten. Vielmehr hätten die Kinder kein Interesse gehabt weiterzumachen. Deshalb habe er nach einem Partner gesucht, um das Unternehmen in eine gute Zukunft zu führen. Aus mehreren Bewerbern sei die Wahl schließlich auf die genossenschaftlich geprägte ANWR Group aus dem hessischen Mainhausen gefallen. "Ich sehe gerade über das genossenschaftliche Modell die Chance, die Gründungs- und Aufbauarbeit unsere Familie nachhaltig und in guten Händen fortzuführen."

Die Mitarbeiter sind Thomas Mücke zufolge über den Verkauf informiert worden. Auswirkungen auf das Tagesgeschäft gebe es keine. "Ich bleibe Geschäftsführer. Die Anteile wurden verkauft, sonst ändert sich ja nichts."
Die Unternehmensgruppe Mücke führt von Bamberg aus derzeit elf Fachmärkte in Bayern: in Nürnberg-Mögeldorf, Bamberg-Trosdorf, zwei in Kulmbach, Regensburg, Ingolstadt, Schweinfurt, Forchheim sowie Outlets für Schuhe und Sportartikel in Bamberg, Fürth und Nürnberg.

Rund 100 Millionen Euro Umsatz

Die Verkaufsfläche beträgt insgesamt rund 37 500 Quadratmeter. Zum Sortiment gehören 500 namhafte Marken aus dem Schuh-, Sport-, Bekleidungs- und Accessoires-Bereich. Der Umsatz beträgt rund 100 Millionen Euro.

Einer der Gründe für den Erwerb von Schuh und Sport Mücke ist das für einen stationären Schuhfachhandel eher ungewöhnliche Format, heißt es von Seiten der ANWR.

Zukunftsfähiges Format

Das Konzept, auf überdurchschnittlich großen Verkaufsflächen eine Kombination aus Schuhen, Sportartikeln und Textilien anzubieten, sieht der neue Besitzer als eines der zukunftsfähigsten Wachstumsformate für den deutschen und den europäischen Markt, so der Vorstandsvorsitzende der ANWR Group, Günter Althaus. Dieses Modell ist auch Thomas Mücke zufolge die passende Antwort auf die Konkurrenz aus dem Internet.

Für Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) kam der Verkauf überraschend. "Die Geschäfte laufen ja gut. Vielleicht ist es die richtige Entscheidung, um den Standort Kulmbach langfristig zu sichern." Es sei auf jeden Fall beruhigend, dass Thomas Mücke Geschäftsführer bleibe und so gewährleiste, dass es in Kulmbach weiter geht. Denn der OB weiß um die Attraktivität von Schuh und Sport Mücke, der auch überregional Käufer anziehe. "Davon profitiert letztendlich auch die Stadt."

Riesiges Unternehmen geschaffen

Schramm verweist darauf, dass es Thomas Mücke gelungen ist, nicht nur das Werk seiner Eltern fortzusetzen, sondern daraus ein riesiges Unternehmen zu machen. "Das ist eine ganz große Leistung."

Natürlich hofft der Oberbürgermeister, dass auch die neue Unternehmensstruktur viel Erfolg hat - zum Nutzen der Käufer und der Arbeitnehmer.