In geheimer Abstimmung und im Beisein der beiden Bürgermeister Heinz Burges und Volker Schmiechen entschieden 40 von 101 eingeschriebenen Mitgliedern bei der außerordentlichen Versammlung am Mittwochabend mehrheitlich, dass ein neues Vereinsheim gebaut wird. 35 stimmten mit der Errichtung des Projekts zu, das mit Kosten von rund 300.000 Euro veranschlagten ist. Nur eine Stimme lautete Nein. Vier Stimmen mussten aber als ungültig gewertet werden, da das Ja nur bis zu einem Festbetrag galt", blickt Winkler nach nur etwas mehr als zwei Monaten wieder zuversichtlich in die Zukunft.

Verein zurzeit schuldenfrei

Die Vorsitzende war über das klare Ergebnis der Abstimmung sichtlich erleichtert. Der Verein ist ihren Worten zufolge momentan schuldenfrei. "Die Architekten können jetzt ans Werk gehen. Nächster Schritt wird ein Gespräch beim BSSB in München sein, um mit den Verantwortlichen Erfordernisse abzustimmen und in die Planung einfließen zu lassen. Persönlich freue ich mich darauf, die exakten Baupläne den Mitgliedern bei der Generalversammlung im März vorstellen dürfen, so Inge Winkler. Sie ist sich sicher, dass der Zusammenhalt der Schützenfamilie jetzt noch fester und enger wird.

In Gauschützenmeister Hans-Peter Gäbelein sieht Winkler den wichtigsten Mann für die Untersteinacher Schützen beim Neubau. Einen Dank richtete sie auch an die Nachbarvereine Stadtsteinach und Kauernburg, wo die Untersteinacher Schützen trainieren können.

Die Architekten Ulf und Manfred Müller aus Kulmbach, die "für ein Butterbrot" die Planung des Neubaus übernommen haben, stellten in der außerordentlichen Mitgliederversammlung ihre ersten Ideen in Form einer Handskizze vor. Das Haus soll auf der verbliebenen Bodenplatte mit einer Länge von 30 Metern und einer Breite von 16,50 Metern errichtet werden. "Die Wasseranschlüsse werden wieder verwendet. Die Außenwände werden als Leichtmauerwerk mit Ziegelsteinen ausgeführt. "Diese bieten auch eine gute Wärmedämmung", zeigte Manfred Müller auf. Vorgesehen sind Toiletten, Umkleideräume, Küche, Lager, Kühlraum, Heizung, Jugendraum und Schützenmeisterzimmer. Dieser Bauteil wird Kosten von rund 200.000 Euro verursachen. Die Schießhalle mit zwölf Ständen im hinteren Bereich mit einer Größe von 230 Quadratmetern soll - wie bisher - in einer kostengünstigen Holzkonstruktion errichtet werden und wird rund 100.000 Euro verschlingen.

Die Untersteinacher Schützengesellschaft muss also mit Gesamtkosten von rund 300.000 Euro kalkulieren, rechnete Müller vor. Von der Brandversicherung seien 150.000 Euro gewährt worden, der Bayerische Sportschützenbund (BSSB) habe einen Zuschuss von 75.000 Euro in Aussicht gestellt. Für die Schützenfamilie verbleibe also ein Betrag von ebenfalls 75.000 Euro, der durch Eigenleistungen gesenkt werden könnte. Weitere 75.000 Euro seien zweckgebunden von der Inventarversicherung überwiesen worden. "Dieses Geld werdet ihr auch für die Inneneinrichtung brauchen", sagte Müller ohne Umschweife.

Schützenhilfe der Architekten

Hubert Putz fragte nach, wie hoch das Architektenhonorar ist. "Was wir hier machen, ist Schützenhilfe, um die uns Hans-Peter Gäbelein gebeten hat. Es werden nur etwa 2000 Euro anfallen", sagte Müller.
Die Mitglieder gründeten am Mittwoch zudem einen Bauausschuss, der mit den Architekten die detaillierte Planung ausarbeiten wird. Einstimmig berief die Versammlung Ines Braunersreuther, Inge Winkler, Hans Kaspar, Christian Lotter, Rudolf Schiekel, Marc Trapper und Günther Weber in das Gremium.

"Der Brand war eine Katastrophe und hat alles vernichtet, was von den Mitgliedern in zwölf Jahren mühsam aufgebaut worden ist. Mein Lob gilt Inge Winkler, die einen klaren Kopf behalten und ihre Truppe zusammen gehalten hat. Ich hoffe, ja erwarte, dass es in diesem Sinne weitergeht", sagte Bürgermeister Heinz Burges. Beeindruckend sei für ihn auch die Solidarität der Vereine und Bürger. Sie stünden zur Schützengesellschaft, und der Neubau des Schießhauses werde durchwegs positiv gesehen.

Burges sagte zu, dass sich sowohl die Kommune als auch der Landkreis an der Finanzierung beteiligen werden. Er war auch überzeugt, dass der Bau des neuen Schützenhauses reibungslos verlaufen wird.