Obwohl die Schülerzahlen im kommenden Schuljahr wieder sinken, sieht Schulamtsdirektor Jürgen Vonbrunn die Entwicklung positiv: "Im Vergleich zum Vorjahr ist der Rückgang deutlich geringer ausgefallen."

Dabei fällt besonders auf, dass die Zahl der ABC-Schützen in der Stadt Kulmbach sogar gestiegen ist. "Das ist die natürliche Entwicklung, denn junge Familien wohnen häufig aus beruflichen Gründen in der Stadt", so Vonbrunn. Daher sind dieses Jahr 198 Erstklässler in der Stadt gemeldet worden. Letztes Jahr waren es 191.

Ausreißer in Kasendorf

Auf dem Land werden im Kreis 249 neue Erstklässler erwartet. Im Vorjahr waren es noch 293. Als untypischen Ausreißer dort benennt Vonbrunn die Volksschule in Kasendorf. Dort werden normalerweise immer um die 25 Erstklässler eingeschult. Dieses Jahr sind es nur zehn. "Aber in den nächsten Jahren, werden dort die Zahlen wieder normal sein", berichtet Vonbrunn.

In Kasendorf gibt es deshalb in diesem Jahr zum ersten Mal eine jahrgangskombinierte Klasse (1/2). Diese Lösung gibt es bereits in Marktschorgast, Presseck, Rugendorf, in der Oberen Volksschule und der Volksschule Ziegelhütten in Kulmbach (jeweils die Kombinationen 1/2 und 3/4).

Eine Neuerung tritt in der Johann-Wilhelm-Meußdoerffer-Volksschule in Kulmbach auf: Dort wird eine Partnerklasse unter der Trägerschaft der Rummelsberger Heime eingerichtet. Diese Inklusionsmaßnahme soll verhaltensauffälligen Kindern die Möglichkeit geben, in einer normalen Grundschule am Unterricht teilzunehmen.
Durchschnittlich sind die Klassen im Grundschulbereich mit 19,3 und im Mittelschulbereich mit 20,5 Kindern besetzt. Es gibt nur vier Klassen, in denen mehr als 26 Kinder unterrichtet werden. Der Großteil der Klassen hat zwischen 16 und 25 Schüler. Nur 19 Klassen haben weniger als 16 Kinder.

Die offene Mittagsbetreuung für Grundschüler wird im Landkreis in elf Gruppen durchgeführt. Dabei werden 185 Jungen und Mädchen betreut. Zum Gymnasium oder zur Realschule sind im abgelaufenen Schuljahr 61 Prozent der Viertklässler übergetreten, das sind 379 Schüler.

Die wöchentliche Zahl der Unterrichtsstunden im kommenden Schuljahr an Grund- und Hauptschulen im Landkreis liegt bei 5542. Dabei werden 217 Lehrkräfte, 33 Förderlehrer, 47 Fachlehrer und 40 Religionslehrer eingesetzt. Eine mobile Reserve, bestehend aus 14 Lehrkräften für den Klassenunterricht und vier Lehrkräften für den Fachunterricht, steht für 365 Wochen-Unterrichtsstunden zur Verfügung. Schulamtsdirektor Jürgen Vonbrunn befürchtet allerdings: "Diese Stunden werden schnell aufgebraucht sein."

Auf diese mobile Reserve können auch die neu eingesetzten Schulleiter zurückgreifen. An der Oberen Volksschule in Kulmbach übernimmt Konrektorin Marion Hoffmann die Leitung, die Rektorenstelle an der Grund- und Mittelschule Neuenmarkt-Wirsberg wird mit Konrektor Mathias Franz Liebig besetzt, weswegen die Konrektorenstelle dort vorerst vakant bleibt. An der Grund- und Mittelschule Neudrossenfeld wird die Konrektorenstelle an Michael Fröhlich übertragen, und Lehrerin Claudia Schmidt übernimmt kommissarisch die Leitung der Grundschule Melkendorf.