Es gibt Schicksale, vor denen man nicht einfach die Augen verschließen kann. Von einem solchen Fall erfuhr der Kunstkurs der Klassen Q11 und Q12 des Caspar-Vischer-Gymnasiums und ließ sich zu einer Kunstinstallation inspirieren. Es geht um Mohammed Zaki, einen jungen Afghanen, der Ende Juli nach Afghanistan abgeschoben wurde. Der Helferkreis "Zaki", der sich um ihn in Kulmbach gründete, und der Unesco-Club Kulmbach, dessen Mitglied Mohammed Zaki war, suchten nach einer Idee, um auf das Schicksal nicht nur dieses jungen Mannes aufmerksam zu machen. Eine Kunstinstallation im Einkaufszentrum Fritz, zu dem die Schüler Bilder zur Verfügung stellten, zeigt nun die prekäre Lage des 20-jährigen Afghanen.

"Mohammed Zaki war 2015 Teilnehmer unseres Fotokurses, den wir an der Schule als Integrationsmaßnahme für unbegleitete Flüchtlinge durchführten." So lernte Kunstlehrer Andreas Schobert, selbst Mitglied des Helferkreises, den jungen Afghanen kennen. Die Installation, die bis zum 18. Dezember zu sehen ist, greift die Geschichte von Mohammed Zaki aus dessen Sicht auf, akustisch in einen verdunkelten Raum gestellt, begleitet von abstrakten Bildern auf einem Bildschirm. "Der Text wird von Florian Heise gelesen, die Aufnahmen wurden von Mia Foit mit Tönen und Originalgeräuschen aus Afghanistan unterlegt", sagt Schobert. Geräusche, die Zaki in Kabul mit dem Handy aufgenommen hat.

Solche Aufgaben dienten unter anderem auch dazu, den jungen Afghanen zu beschäftigen, denn "er hat in Afghanistan keine Möglichkeit, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen", erklärt Katrin Fischer-Sandhop. Sie ist ebenfalls Akteurin des Helferkreises und war in ihrer Zeit an der Berufsschule Lehrerin von Zaki gewesen.

Zaki war mit 16 Jahren nach Deutschland gekommen, besuchte hier die Schule, legte mit einem Durchschnitt von 1,5 einen sehr ordentlichen Quali ab. "Er hatte sogar einen Ausbildungsvertrag zum Anlagenmechaniker in der Tasche, erhielt aber keine Arbeitserlaubnis", sagt Katrin Fischer. Jetzt sitzt Zaki in Afghanistan fest und hat Angst. "Die Menschen hier in Kabul halten mich für einen Verbrecher, weil ich zusammen mit straffällig gewordenen Afghanen ausgeflogen wurde", sogar seine eigenen Eltern meiden den Kontakt, denn hätte er sich nichts zuschulden kommen lassen, wäre er sicher nicht ausgewiesen worden, so deren Überzeugung.

In Afghanistan hat Mohammed Zaki niemanden, der ihm helfen könnte. "Solche jungen Männer haben oft nur eine Alternative: die kriminelle Laufbahn oder sich dem IS oder den Taliban anzuschließen", erklärt Andreas Schobert.

Der Helferkreis organisiert zum Abschluss der Ausstellung eine "stille" Finissage am Mittwoch, 18. Dezember, um 17 Uhr im "Fritz", zu der es Gelegenheit für Austausch, aber keine großen Reden geben wird. Hossein wird Klavier spielen, und es wird Tee gereicht.

Hilfe für Zaki

Spenden Anwalt, Visa, Flüge kosten Geld. Nach wie vor ist der Unterstützerkreis deshalb auf Spenden angewiesen, um Zaki Sharifi helfen zu können. Spenden sind möglich an: Ev.-Luth. Kreuzkirche Kulmbach, Verwendungszweck: Migrantenarbeit - Zaki Sharifi, Sparkasse Kulmbach, DE48 771 500 00 0000

1693 00.

Petition Wer sich für die Rückkehr von Zaki Sharifi nach Deutschland einsetzen will, kann eine Online-Petition auf der Internet-Seite von Change Org unterschreiben: http://chng.it/2kz4Jmqh.