Der erste gemeinsame Auftritt des Kirchenchores Trebgast mit dem Gesangverein 1864 Untersteinach war 2005. Die Aufführung der "Krönungsmesse" wurde gleich ein großer Erfolg. Seit der "Schöpfung", die 2010 zwei Mal in der jeweils vollbesetzten Basilika Marienweiher dargeboten wurde, hat sich die Zusammenarbeit vertieft. Es zeigte sich, dass sich beide Chöre von der Art des Singens und vom Niveau her ähneln, und dass sie zusammen in der Lage sind, solche anspruchsvollen Werke aufzuführen.

"Schon als Kind gesungen"


Jetzt wagen sich die Sänger an das Oratorium "Messias" von Georg Friedrich Händel. "Der ‚Messias‘ war das erste Oratorium, das ich schon als Kind kennen gelernt und gesungen habe, und das mich seither begleitet", begründet der Trebgaster Chorleiter Thomas Grünke die Auswahl. "Der Inhalt ist der Ausdruck meines persönlichen Glaubens, die Basis des christlichen Glaubens." Grünke schwärmt von Händels majestätischer Musik und bezeichnet den Komponisten als den "Mozart der Barockzeit".

Heiner Beyer, Kreischorleiter des Sängerkreises Bayreuth, der das Werk mit den Untersteinacher Sängern einstudierte, weiß um die Herausforderung für die Chormitglieder: "Das ist eine Musik, die hinsichtlich der Stimmhöhe und -technik hohe Anforderungen stellt. Es sind insgesamt 14 Chorsätze einzustudieren. Der berühmteste ist wohl das ‚Halleluja‘ am Ende des zweiten Teils, mit dem fängt man eigentlich an, wenn man sich in die Musik einhört."

Zischlaute, Kehlkopf-Lockerung


Über ein Jahr Arbeit liegt hinter den beiden Chören. Die letzten fünf Proben vor der Aufführung werden gemeinsam absolviert. Mit Atemübungen, Zischlauten und Lockerung des Kehlkopfs bereiten sich die Akteure vor. Ulrike Wolfrum singt seit zweieinhalb Jahren in Untersteinach im Alt und war 2010 bei der "Schöpfung" schon dabei. Sie zieht einen Vergleich: "Der ‚Messias‘ ist meiner Meinung nach vom Gehalt und vom Inhalt noch ein Stück anspruchsvoller. Es macht Freude, das zu singen. Die tiefe Religiosität des Werks ist beeindruckend und nimmt mich emotional enorm mit. Die ‚Schöpfung‘ war dagegen etwas heiterer."

"Ich habe noch nicht in der Basilika gesungen und freue mich wahnsinnig auf unseren Auftritt in Marienweiher", sprudelt es aus Elisa Pachmann heraus. Sie verstärkt seit Anfang 2011 den Sopran beim Trebgaster Kirchenchor. Für sie ist es das erste große Konzert. "Aber Angst habe ich keine", versichert sie, "ich bereite mich auch zuhause mit einer CD auf das Stück vor. Am schwierigsten ist wohl die ‚Amen‘-Fuge, man kann sich da nicht am Text festhalten."

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