Hinter bürokratisch anmutenden Formulierungen steckt manchmal ein hohes Konfliktpotenzial. Vor allem Gemeinderat Siegfried Escher (CSU) erinnert sich noch zu gut an den geplanten großflächigen Kiesabbau bei Pölz, der vor einigen Jahren für Proteste in dem Mainleuser Ortsteil sorgte. Deshalb spitzte er besonders die Ohren, als am Mittwochabend zwei Vertreter der Regierung von Oberfranken in den Gemeinderat eingeladen waren, um die Fortschreibung des Regionalplankapitels "Natur und Landschaft" zu erläutern.

Regierungsdirektor Martin Füßl und Oberregierungsrat Harald Frauenknecht stellten die geplanten Änderungen vor, die auch Dieter Weith und Werner Krauß gespannt verfolgten. Die beiden zählten gemeinsam mit Siegfried Escher zu den erbitterten Gegner der Auskiesungspläne.

Und sie nickten sich zufrieden zu, als ein großer Teil des damals vorgesehenen Auskiesungsgebiets am Mittwoch als Grünzug ausgewiesen wurde. Nur auf einem kleinen Gebiet dürfen jetzt noch Rohstoffe abgebaut werden. Und die Firma hält sich an die Grenzen, wie Siegfried Escher im Gemeinderat betonte: "Die machen saubere Arbeit, es gibt keine Probleme."

Auch zwischen Schwarzach und Mainroth gibt es eine Fläche zum Abbau von Bodenschätzen. Detlef Weißmann (SPD) wollte wissen, ob sich die auf den Bau der Umgehungsstraße auswirken könnte. Daraufhin erklärte Regierungsdirektor Füßl, dass das Areal von den Straßenplanern zu beachten ist, aber Randbereiche tangiert werden können. "Die Entlastung der Bürger ist uns wichtiger als ein paar Quadratmeter Kiesabbau." Er machte aber auch deutlich, dass diese Gebiete zur Rohstoffsicherung dienen und ihnen so eine gewisse Bedeutung zukomme.

Füßl verwies zudem auf die Tatsache, dass ausgekieste Flächen nicht wieder verfüllt werden dürfen. Das hat auch seinen Grund: "Es gab einmal einen Fall, in dem einmal Elektroschrott mit abgelagert wurde. Deshalb wurde es verboten, auch wenn eine Auffüllung seitens der Landwirtschaft wünschenswert wäre."

Oberregierungsrat Frauenknecht erklärte, dass mit der Ausweisung von regionalen Grünzügen Erholungsräume für die Menschen geschaffen, eine Zersiedlung der Landschaft vermieden und das Klima verbessert werden sollen. Nachdem das vor allem für Ballungsräume notwendig ist und nicht für den ländlichen Raum, wurden in Mainleus die Grünzüge von 23 auf zehn reduziert. Die verbliebenen Gebiete umfassen vor allem die Mainauen und Wälder.

Weniger Bedeutung als Grünzüge haben die landwirtschaftlichen Vorbehaltsgebiete, die dem Naturschutz und der Landschaftspflege dienen. Sie haben keine Auswirkungen auf Landwirte oder auf Planungen der Gemeinde, könnten aber durchaus einmal das Zünglein an der Waage sein, sollte es beispielsweise um Förderungen oder die Genehmigung von Windkraftanlagen gehen. "Es ist aber ein eher schwaches Instrument", räumte er ein.