Es war im Mai 1989: Deutschland war geteilt und keiner wusste, dass die DDR sechs Monate später die Grenzen öffnen und ein Jahr später Geschichte sein würde. Die Reichelbräu, deren Name heute nicht mehr existiert, obwohl aus ihr die Kulmbacher Brauerei hervorging, warb seinerzeit mit dem Slogan: Reichelbräu verbindet. "Der beste Spruch, den wir jemals hatten", sagt der damalige Brauereivorstand Gert Langer.

Der Fotograf Bernd Meile wurde engagiert, um den Werbetext ins Bild zu setzen. Dass Meile ein kreativer Kopf ist, wusste man - dass er aber geradezu prophetische Fähigkeiten hat, wusste er wahrscheinlich selbst nicht. Er kleidete Hans-Georg Busch in Nato-Oliv der Bundeswehr, steckte Peter Eberhardt in die Uniform der NVA, stellte einen Grenzpfahl in die Mitte und gab beiden ein Edelherb in die Hand - eben: Reichelbräu verbindet.

Langer: "Ein super Echo"

"Wir hatten ein super Echo", so Langer. Und der Architekt der Kulmbacher Brauerei erinnert sich: "Im November haben wir alle nur so gestaunt." "So was kann man sich nicht ausdenken, Zufälle gibt's", meint Meile.

Wenn am Samstag die 70. Kulmbacher Bierwoche beginnt, dann fehlt zwar ihr Name, aber die Reichelbräu ist trotzdem immer dabei.