Sonst wusste ich, welche Flasche es sein sollte. Jahrelang war klar: eine für Locken. Doch kürzlich entschied der Hersteller, mein Shampoo aus dem Sortiment zu nehmen. Die Tuben mit den Haarpflegemitteln standen im Drogeriemarkt in einer meterlangen Reihe. Schätzungsweise 150 Sorten. Die Shampoos für normales Haar blieben im Regal unberührt stehen. Offenbar haben die meisten Menschen Problem-Haare oder glauben es zumindest.

Verständlich, sind doch die Versprechungen der Hersteller überzeugend: geschmeidig, flexibel, samtig weich, mit anti-frizz, aufbauend oder reparierend-therapierend. Hört sich gut an. Ich grübelte. Welche schlechte Eigenschaft kommt meinen Haaren denn am nächsten? Sind sie etwa kraus, spröde, trocken, strohig, kraftlos, glanzlos, strapaziert oder fein?

Gut, dass es auch Shampoo für unterschiedliche Haarlängen und -farben gibt. Doch auch hier wird es schwierig: Ist mittellang lang oder kurz? Was tue ich meinen Haaren an, wenn ich sie Haare mit Blond-Shampoo wasche, aber gar nicht blond bin? Vielleicht sollte ich mir die Haare färben oder glätten, damit ich wieder in eine Problem-Haar-Kategorie falle.