Eigentlich sollte die Nähmaschine auf Hochtouren laufen, aber just als es gilt, die letzten Stücke für den Pressecker Weihnachtmarkt fertigzustellen, versagt das High-Tech-Gerät seinen Dienst.
Andrea Lucius lächelt etwas gequält, während Ehemann Matthias die Produktbeschreibung holt. Irgendwie wollen beide die Maschine zeitnah wieder zum Laufen bringen.
Andrea Lucius hat sich entschlossen, ihre Schneiderarbeiten am Sonntag an einem Stand auf dem Pressecker Weihnachtsmarkt zu präsentieren. Aber eigentlich bräuchte sie gar nicht nervös zu sein, denn was sie bisher in langen Nächten "produziert" hat, sind absolute Hingucker. Sei es ein Kapuzenpulli für ein Kind, eine farbenfrohe Jogginghose oder Handtaschen - alle Stücke sind absolute Unikate und begeistern durch ihre aufregenden Farben, ihr nicht alltägliches Design und ihren Schnitt.


Spontan an die Maschine gesetzt

Doch wie ist Andrea Lucius zu ihrem Hobby gekommen? "Eigentlich bin ich Altenpflegerin und werde diesen Beruf auch nach der Elternzeit wieder ausüben", sagt sie. Aber in der Elternzeit habe sie sich spontan an eine alte Nähmaschine gesetzt und dann irgendwie Feuer gefangen. Logische Konsequenz war dann der Besuch eines Nähkurses. "Als ich dann zu meinem 30. Geburtstag noch eine richtig gute Nähmaschine geschenkt bekam, habe ich mein Hobby intensiviert."
Dass das ganze Schneidern auch für sie als Hausfrau einen großen Vorteil hat, ist natürlich ein positiver Nebeneffekt: "Wenn ich mir mal kürzere oder andere Gardinen vorstelle, dann ist das nun kein Problem mehr."
Doch zurück zu ihrer "Kleider-Manufaktur": Zunächst nähte die Presseckerin für den Eigenbedarf, die eigene Kinder mussten manchmal Modell stehen. Im Bekanntenkreis hat sich das Talent von Andrea Lucius schnell herumgesprochen. So wurde die Nachfrage größer. Nun lebt sie ihr Hobby, soweit es die Familie und der Haushalt zulassen.


Keine billigen "Zutaten"

Und wo hat sie ihre kreativen Ideen her? "Natürlich schaue ich mal in eine Zeitschrift oder blättere in einem Buch, aber insgesamt lass' ich mich von den Stoffen und meiner Phantasie inspirieren." Eine spezielle Sache ist auch der Stoffkauf. Die Hobbykünstlerin verwendet keine billigen "Zutaten". "Wir waren vor kurzer Zeit in Fürth, da gibt es einen Stoffmarkt. Ich bin aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen. Das war ein richtiger Auftrieb, aber auch ein Angebot, das für mich sensationell war."
Und nun geht es am Wochenende mit den farbenfrohen, exklusiven Stücken auf den Pressecker Weihnachtsmarkt. "Zum einen hoffe ich, dass meine Maschine jetzt schnell wieder geht", meint sie schmunzelnd, "zum anderen bin ich natürlich gespannt wie meine Sachen bei den Leuten ankommen."