Es wurden Straßen, das Rathaus und Spielplätze saniert, der Bauhof erweitert, ein Leerstand abgerissen. Und vor allem sei es ein "Jahr der Förderanträge" gewesen. Bei den Straßensanierungen musste der Bauhof Hilfe leisten. "Anders wären die Arbeiten nicht zu bewerkstelligen gewesen", so Beyer, was der Gemeinde auch Kosten gespart habe. Fertig seien die Zufahrten nach Wahl, die Wildensteiner Straße, Papiermühle bis zur Kreisstraße; nach der
Winter-Zwangspause dann auch Oberehesberg und Schlackenmühle. Der Bauhof bekam eine weitere Halle für die Kommunalfahzeuge und ein zweites Salzsilo. Das Breitband wurde verlegt; außerdem werden noch einzelne Höfe mit schnellerem oder überhaupt mit Internet versorgt, was aber bis 2022 dauern könnte.

Der Leerstand an der Stadtsteinacher Straße 1 wurde abgerissen; dort werden nächstes Jahr noch Parkplätze und E-Ladesäulen angelegt. Um die Industriebrachen am anderen Ortsende abreißen zu können, sei man derzeit noch in Verhandlungen mit den Eigentümern. Gut geklappt habe es mit der Rathaussanierung. Die Neugestaltung des gesamten Marktplatzes sei bereits in Planung, wofür auch noch die Bürger beteiligt würden. Um weitere 25 Plätze soll die Kinderbetreuung aufgestockt werden, denn trotz Erweiterung ist die Kapazität schon wieder voll ausgebucht. Die weitere Gruppe wird im Schulhaus sein, dessen Sanierung ebenfalls ansteht und bereits in Planung ist.

"Am Laufen", so Beyer sind auch zwei Leader-Projekte: Der Mittelalterweg durch das Steinachtal bis Presseck und zurück über Braunersreuth. Dabei sollen auf Pressecker Gebiet auch die Reste der Burg Wildenstein freigelegt und auch die unterirdischen Gänge ab der Kirche zugänglich gemacht werden. Konkreter wird auch das Projekt Frankenallianz von der Radspitze bis zum Pressecker Knock, ein Zwei-Millionen-Projekt unter Beteiligung von Markt Rodach bis Presseck. Es sollen öffentliche WCs gebaut werden, ein Wasserspielplatz in Wartenfels und auf dieser Strecke an zwei Stützpunkten auch Geräte zur Pflege der Einrichtungen und Wege zur Verfügung stehen. Das
Landratsamt unterstütze das Vorhaben; als nächstes werde sich das Leaderbüro in Wunsiedel damit befassen. Beide Projekte, so Bürgermeister Beyer, werden dem Tourismus zugute kommen. Um diese Projekte anzustoßen und durchzuführen, seien umfangreiche Förderanträge zu erstellen. Dabei lobte Beyer die gesamte Verwaltung, die im ablaufenden Jahr zusätzliche Aufgaben übernommen hat - auch, nachdem zum 30. Juni der bisherige Geschäftstellenleiter Wolfgang Beetz in den Ruhestand ging und Kämmerer Frank Wunner nun auch dessen Aufgaben zusätzlich
übernommen hat.

Für die CSU-Fraktion schloss sich Raimund Grass den Ausführungen von Bürgermeister Beyer an. Er wies des Weiteren darauf hin, dass man den Brandschutz im Auge behalten müsse. Die Reichenbacher Wehr habe ein neues Fahrzeug bekommen, wobei die FFW selbst der Gemeinde eine Spende über 1000 Euro zukommen ließ. Zudem müsse die Pressecker Wehr bald ihr altes Fahrzeug ersetzen.

Mit Nachdruck appellierte Grass an die Bevölkerung, die örtlichen Kindergartenplätze zu nutzen, wofür die Gemeinde demnächst einen zweiten Standort einrichten werde. Für auswärts untergebrachte Kinder müsse Presseck nämlich zusätzliche Beiträge abführen. An diesen Appell schloss sich uneingeschränkt auch Gerd Leinfelder für die SPD-Fraktion an. Leinfelder erwähnte zudem positiv, dass das SPD-Projekt Wildensteiner Straße nun durchgeführt wurde, genauso wie das für neue Buswartehäuschen an der Helmbrechtser Straße und hoffte, dass im kommenden Jahr auch die Straßen am Lautengrund und der Kirchbergweg saniert würden. Er bemäkelte, dass man sich immer noch mit dem antiquierten Titel "Ferienfrische Presseck" schmücken möchte und forderte zudem, dass man sich verstärkt um den öffentlichen Personennahverkehr oder Sammeltaxis kümmern müsse.

Fast wörtlich wie in der Jahresschlusssitzung 2016 mochte Leinfelder "das Loblied auf die Staatsregierung" nicht mit anstimmen: Als Stabilisierungskommune sei man im Bezug auf Ausgaben am Gängelband und müsse fast schon wegen der Anschaffung einer Bürste beim Landratsamt vorstellig werden. Und wenn man die Kommunalfinanzen "zunächst an die Wand gefahren" habe, dann solle man sich jetzt wegen der Stabilitätshilfen "aus Steuergeldern" nicht feiern lassen, so als ob der Finanzminister diese aus der eigenen Tasche zahle.

Dem entgegnete Gemeinderat und Landtagsabgeordneter Ludwig von Lerchenfeld (CSU) ebenso fast wörtlich wie im Vorjahr, dass die Kommune keinesfalls am Gängelband sei; für den Kommunalen
Finanzausgleich stelle München dieses Jahr zehn Milliarden zur Verfügung, eben damit die Kommunen mehr Spielraum bekämen; "unser brillanter Noch-Finanzminister" habe sehr wohl den ländlichen Raum im Blick.

"Es bewegt sich wieder etwas", resümierte Sigmund Stefan für die Freien Wähler. Man solle in der Politik in München oder Berlin aber weitsichtiger zunächst an die Kommunen denken und sich nicht mit kurzfristigen Projekten beschäftigen. Hier werde viel Geld verbrannt, wie zum Beispiel mit der
Propagierung von E-Mobilität; "würden alle gleich auf E-Mobile umsteigen, dann würde unser Stromsystem doch sofort zusammenbrechen".