München hin, Ministerpräsident her: Wenn Markus Söder aus Mittelfranken zur Eröffnung der Bierwoche in Kulmbach in Oberfranken kommt, dann wird er nicht etwa mit dem Bayerischen Defiliermarsch begrüßt, der der klassische Einzugsmarsch bayerischer Ministerpräsidenten ist. Sondern mit dem Frankenlied-Marsch, intoniert von der Stadtkapelle unter der Leitung von Thomas Besand. Dem prominenten Gast scheint das zu gefallen: Während der Eröffnungsfeierlichkeiten zeigt er sich locker und gut gelaunt, auch da, wo es um harte (finanz-)politische Fakten geht (siehe hierzu auch gesonderten Bericht).
 

Der Auftakt der Kulmbacher Bierwoche 2018
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Bayerisch weiß-blau hingegen präsentiert sich an diesem Samstagvormittag der Himmel über der Stadt. Ein paar gnädige Schäfchenwolken am ansonsten klaren Himmel sorgen dafür, dass die Besucher auf dem Marktplatz trotz hochsommerlicher Temperaturen nicht gar so sehr ins Schwitzen kommen. Zu Hunderten haben sie schon am frühen Vormittag Aufstellung genommen. Weil die Bierwochen-Eröffnung traditionell ein beliebtes Ereignis ist. Aber auch, weil sie neugierig sind auf "den Söder". Viele haben sich dem Anlass entsprechend herausgeputzt. Tracht dominiert - bei den Gästen ebenso wie auf der Rathaustreppe, wo sich wie in jedem Jahr Prominenz aus Politik und Wirtschaft versammelt. Auch hier viele Dirndl: Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner in dezentem Hellblau, Landtagsvizepräsidentin Inge Aures gewohnt farbenfroh in leuchtendem Rot-Weiß - ein textiles fränkisches Statement. Brauerei-Chef Markus Stodden und seine Frau Martina sind in Tracht gekommen, ebenso Oberbürgermeister Henry Schramm und seine Frau Andrea, die ihre Outfits farblich aufeinander abgestimmt haben: ein gelbes Dirndl bei ihr, eine hellgelbe Rose am Revers bei ihm. Ministerpräsident Söder hingegen gibt sich leger: helle Hose, dunkelblaues Jackett, hellblaues Hemd, den Kragen offen.

 


Aufmarsch der Promis


Nachdem sich Söder ins Goldene Buch der Stadt eingetragen und der Markgrafen-Spielmannszug das Pferdegespann mit den Bierfässern sowie die Festwirte und Brauerei-Vertreter zum Marktplatz geleitet hat, wird es sehr festlich: Die Stadtkapelle intoniert machtvoll und getragen "Des großen Kurfürsten Reitermarsch". Und Gastgeber Henry Schramm begrüßt seine Gäste. Es ist eine lange Liste, die er verliest. Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich ist da, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, Landtagsvizepräsidenten Inge Aures und die Landtagsabgeordneten Martin Schöffel und Ludwig von Lerchenfeld. Die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz ist gekommen und der Präsident des Bayerischen Landkreistages, Christian Bernreiter. Steffen Kania, seit kurzem Bürgermeister der Partnerstadt Saalfeld samt seiner Stellvertreterin und einer Abordnung der Saalfelder Bettelmönche ist der Einladung ebenso gefolgt wie der Präsident der Universität Bayreuth, Stefan Leible. Später gesellt sich noch Europa-Abgeordnete Monika Hohlmeier zu der Eröffnungsgästen.

Natürlich sind die Vertreter der lokalen Politik präsent: Landrat Klaus Peter Söllner, dazu eine große Anzahl von Stadt- und Kreisräten. Die Kulmbacher Brauerei ist stark vertreten - und sogar eine leibhaftige Majestät kann der OB begrüßen: Johanna Seiler, die Bayerische Bierkönigin, angereist aus München in die heimliche Hauptstadt des Bieres nach Franken.

Eine Augenweide nicht nur für Fotografen ist der Tanz der Kulmbacher Büttner, die damit eine lange Tradition hochhalten. Bevor sich der Festzug dann vom Marktplatz hinüber auf den EKU-Platz bewegt, lassen es die Salutschützen der Königlich Privilegierten Schützengilde Kulmbach von 1511 noch kräftig krachen.

 

 


Tausende warten im Stadel


Auf dem Weg zum Stadel säumen viele Neugierige die Straße, und auch im Stadel selbst sind die meisten Plätze schon besetzt. Wer erst im Gefolge der Ehrengäste dort hineingeht, staunt: Größer und heller als gewohnt ist der Stadel, luftig und großzügig wirkt er. Voll ist es trotzdem, Tausende mögen es sein, die den Anstich live verfolgen wollen. Vor allem vor der Bühne drängt es sich. Nicht nur die offiziellen Medienvertreter wollen den Anstich aufs Bild bannen. Auch unzählige Smartphones werden in die Höhe gereckt.

Hausherr im Bierstadel ist Brauerei-Chef Markus Stodden, der in seiner Begrüßung einräumt, er habe zwei Jahre lang durchaus gemischte Gefühle gehabt. Nun wirkt er sichtlich gelöst, spricht vom "schönsten Festzelt Nordbayerns" und der Bierwoche als der "wichtigsten und schönsten Zeit in Kulmbach". Und auch OB Henry Schramm, der für seine Anstich-Ansprache wie gewohnt gereimt hat, ist begeistert: "Ein neuer Platz, ein tolles Zelt, a rundrum neue Bierfestwelt". Er lobt den Ministerpräsidenten, die Brauerei, die Festwirte und das Festbier. Er schließt, wie gewohnt, mit den Sätzen: "Der Worte sind genug gewechselt, jetzt wird der Hahn hineingedrechselt." Und das tut er dann auch. Mit nur einem Schlag. Die Bierwoche 2018 ist eröffnet!