Er warnte davor, sich bei der Verbreitung von Nachrichten von Politiker-Floskeln verführen zu lassen.

Das schlimmste Beispiel ist der Kollateralschaden - die menschenverachtende Bezeichnung von zivilen Todesopfern bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Im Wirtschaftsbereich ist von Freistellungen die Rede, wenn Mitarbeiter einer Firma gefeuert werden, und wenn ganze Zweigwerke geschlossen werden, ist das schon mal eine "Filialnetz-Optimierung". Peanuts für Millionenbeträge, Pflanzenschutz für Unkrautvernichtung - die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.

Ein harmloses, aber tolles Wort hat Finanzminister Schäuble anfangs der Woche wiederentdeckt: Die "Haftungskaskade". Was das ist? Erfinder dieses Begriffs ist der EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier, dem es darum ging, dass bei der Abwicklung maroder Banken in der Euro-Zone zuerst die Aktionäre, dann die Anleihebesitzer und schließlich die Sparer mit Vermögen über 100 000 Euro das Risiko tragen. Erst wenn das nichts hilft, ist der Steuerzahler dran.

Schäuble hat am Montag versichert, die Haftungskaskade sei unumkehrbar. Sein Wort in Gottes Ohr. Und hoffentlich hat's jeder verstanden.