Wer sich Bayerns Blasmusik-Export Nummer 1, La Brass Banda, bei den Plassenburg-Open-Airs am 17. Juli nicht entgehen lassen will, der sollte sich sputen: Rund 1200 der knapp 1500 Tickets sind für die Musiker und ihren wilden Mix aus volkstümlichem Liedgut, Ska, Reggae und Techno bereits verkauft, sagt Matthias Mayer. Dessen Bayreuther Agentur Motion-Kommunikation richtet das Festival gemeinsam mit dem Tourismus- und Veranstaltungsservice der Stadt Kulmbach aus.

"Überhaupt läuft der Vorverkauf für alle sechs Veranstaltungen auf der Burg hervorragend", betont der Bayreuther. "Wir nähern uns jetzt schon den 5000 Tickets." Zur Erinnerung: Das vergangene Festival hatte den Veranstaltern einen Besucherrekord beschert: Zu den sechs Auftritten kamen annähernd 8000 Leute, mehrere Veranstaltungen waren ausverkauft. "Das ist nicht unbedingt selbstverständlich", sagt Mayer. Doch es zeugt davon, dass die Macher der Freiluftauftritte offenbar ein Händchen für das Interesse der Fans entwickelt haben.


Punkten mit dem Ambiente

Aber nicht nur das: Bei Künstlern wie Albert Hammond, der am 20. Juli nach Kulmbach kommt, punktet offenbar das Ambiente des Schönen Hofes. "Der Mann ist ein Weltstar und hat für Größen wie Tina Turner und Whitney Houston produziert. Er kann sich seine Auftrittsorte weltweit aussuchen, könnte vor zigtausend Leuten spielen - aber für ihn ist nicht die Größe des Ortes allein ausschlaggebend, sondern auch das Flair und das Ambiente. Und die Burg, so sagte er uns, ist ein fantastisches Umfeld und genau das, was er sich vorstellt."

Und was böte sich für eine Burg aus dem Mittelalter besser an als eine Formation, die Mittelaltermusik macht? Die Rede ist von Faun. "Das ist eine Geschichte, die wir uns schon länger für Kulmbach wünschen", sagt Mayer. Die Formation ist eine der bekanntesten aus dem Mittelaltersegment. Einer großen Öffentlichkeit präsentierten sich Faun zuletzt durch einen Auftritt beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC). Der Kontakt kam durch eine persönliche Verbindung Mayers zum Frontmann der Vorband Ganaim zu Stande. "So haben wir Faun diesmal für uns gewinnen können."


Langer Atem nötig

Dass es als Veranstalter bisweilen eines längeren Atems bedarf, zeigt sich an der Verpflichtung von La Brass Banda. An den Künstlern um Frontmann Stefan Dettl sind Mayer und sein Team seit Jahren dran. "Eigentlich vom ersten Open-Air im Jahr 2013 an." Die Brass-Formation ist auch im Ausland stark gefragt, nicht zuletzt als bayerischer Kulturbotschafter, wie unter anderem die Konzertreisen des Septetts im Auftrag des Goethe-Instituts nach Russland und Simbabwe belegen.

Ins nahe Ausland, genauer gesagt nach Österreich, entführen die fünf oberbayerischen (!) Jungs von "I am from Austria" - und damit in die glänzende Zeit des Austro-Pop um Musikgrößen wie Ambros und Danzer, STS, Fendrich, die EAV und Opus. "Der Austropop kommt wieder und wird durch diese Tribute-Projekt neu belebt und in die Jetztzeit überführt", begründet Mayer die Verpflichtung für den Auftakt der Reihe am 17. Juli. "Ich habe sie im Serenadenhof Nürnberg gesehen und fand es fantastisch. Die Musiker bringen die Lieder und das Lebensgefühl auf den Punkt."

Einen Tribute-Akt gab es bislang immer in den vergangenen Jahren - ob die Gruppe "Phil" mit ihrer Hommage an Phil Collins und Genesis oder Abbafever "Bisher waren die Formationen auf ein einzelnes Original ausgerichtet - diesmal geht es um eine ganze Epoche." Die Ticketnachfrage zeugt davon, dass die Ösi-Revitalisierung Anhänger hat: 700 Karten sind für "I am from Austria" schon verkauft.

Mehr oder minder ein Selbstläufer ist Haindling. Die Kultband um Hans-Jürgen Buchner ist Rekordhalter auf der Plassenburg mit sechs Auftritten. "Sie machen außergewöhnliche und intelligente Musik mit Ohrwurmfaktor", schwärmt Matthias Mayer. In der Tat: Einige der Songs aus der Feder Buchners sind Hymnen geworden Lang scho nimmer g'sehn" oder "Paula" haben Mitsing-Garantie. Für den Veranstalter stand fest: Haindling müssen unbedingt wiederkommen. "Vielleicht ist es eine der letzten Möglichkeiten, die Jungs zu sehen. Hans-Jürgen Buchner hat jüngst seinen 73. Geburtstag gefeiert."


"Sie lebt Klassik"

Den Abschluss bildet wie gewohnt Ljubka Biagioni. "Unsere Hausdirigentin, die beweist: Klassik muss eben nicht abgehoben sein. Sie lebt Klassik und vermittelt die Musik auf begreifbare Weise. Sie wendet sich an die Spezialisten, aber auch den ,klassischen' Gelegenheitshörer - und das auf ihre bekannt charmante Art."


"Hohe Qualität der Künstler"

"Es ist erstaunlich, wie sich die Open-Airs seit der Zusammenarbeit mit der Agentur entwickelt haben - vor allem in Sachen Qualität der Künstler und Besuchernachfrage", lobt Helmut Völkl, Betriebsleiter des Tourismus & Veranstaltungsservice. Die 8000 Besucher des Vorjahres seien ein Meilenstein gewesen und setzten Maßstäbe, wobei man bei solch hohen Kapazitätsauslastungen sicherlich nicht jedes Jahr einen neuen Besucherrekord erwarten dürfe. "Aber wenn man sich das Programm betrachtet, das in seiner Breite unterschiedlichste Zielgruppen bedient, darf man zuversichtlich sein, auf der Plassenburg weiterhin viele Besucher bei Veranstaltungen auf hohem Niveau begrüßen zu können."


Das Programm 2018

17.7.: I Am From Austria
18.7.: LaBrassBanda
19.7.: Faun
20.7.: Albert Hammond
21.7.: Haindling
22.7.: Klassik auf der Burg

Einlass ab 19 Uhr, die Konzerte beginnen um 20.30 Uhr. Shuttlebusse zur Burg fahren ab 18.45 Uhr. Karten gibt es unter anderem in der BR-Geschäftsstelle im Kressenstein. red