Als die Mitglieder des Vereins "Freunde der Plassenburg" den Verkaufsstand für die DVD "Die Kulmbacher Plassenburg" aufbauten, hofften sie, dass die Filmmatinee Anklang finden würde. Immerhin hatten sich vierzig Interessierte im Vorfeld via Facebook angesagt. Doch die Realität übertraf alle Hoffnungen.


In allen Sälen gezeigt

"Schon eineinhalb Stunden vorher standen die ersten Interessierten vor dem Kino Schlange. Wir haben dann früher aufgemacht. Wir konnten ja die Leute nicht draußen stehen lassen", erzählte Kino-Chef Werner Kampe. Nicht nur Kulmbacher strömten ins Cineplex, sondern auch viele Menschen von außerhalb. Alle wollten den neuen Film, bei dem Karl-Theodor zu Guttenberg als Sprecher auftrat, bei der Matinee ansehen. "Dieser Ansturm kam überraschend. Aber wir haben einfach umdisponiert. Ich habe die Computer umgestellt - so konnten wir den Film in allen Sälen zeigen."

"Wir freuen uns sehr über die vielen Besucher", sagte Peter Weith, der Vorsitzende der "Freunde der Plassenburg". Sie und die Kinomitarbeiter trugen alle Stühle, die noch im Kino verfügbar waren, in die Säle. Und so konnte schließlich jeder ein Plätzchen finden - einige Interessierte nahmen sogar auf den Treppenstufen Platz.

Die Filmmatinee begann mit Filmaufnahmen vom Künstlerfest auf der Plassenburg. Die Aufnahmen stammten aus dem Jahr 1920. Dann präsentierten die "Freunde der Plassenburg" Impressionen aus dem Stadtarchiv und aus Holger Peilnsteiners privater Sammlung. Gezeigt wurden Postkartenmotive mit der Plassenburg. Werner Kampe hatte die Bilderschau mit Musik unterlegt.


15 interessante Minuten

Doch dann folgte der Höhepunkt: Der 15-minütige Film, den die "Freunde der Plassenburg" selbst produziert hatten. Aufnahmeleiter und Produzent war Peter Weith. Für Kamera, Schnitt, Regie und Postproduktion war Alexander Muck verantwortlich. Und das Drehbuch und Skript schrieb Andrea Senf. Peter Weith bedankte sich außerdem bei Stefan Schnabel, der für die rechtefreie Musik und für den Ton verantwortlich zeichnete. Petra Schmidt hat das Layout gemacht. Und die historischen Fakten überprüften Holger Peilnsteiner und Harald Stark.#

Als Sprecher des Filmes fungierte Karl-Theodor zu Guttenberg. Er erzählte die Geschichte der Burg, die stark mit seiner Familiengeschichte zusammenhängt. Zu Guttenberg berichtete vom kriegslüsternen Burgherrn Albrecht Alcibiades und vom Conradi-Tag, an dem die gesamte Bierstadt in Schutt und Asche versunken ist. Nur drei Häuser wurden verschont. Doch Baumeister Caspar Vischer ließ die Plassenburg wiederauferstehen.

Nicht nur historische Fakten rund um die Markgrafen kamen in dem Film zur Sprache, sondern auch all die beliebten "Gschichtla". Zu Guttenberg erzählte mit Magie in der Stimme vom Reiter ohne Kopf, von der Weißen Frau alias Kunigunde von Orlamünde, die bis heute Unheil und Tod voraussagt.


Bestechende Luftaufnahmen

Der Film besticht allerdings vor allem durch die Luftaufnahmen, die mit einer Drohne gemacht worden sind. Alexander Muck hielt die Höfe, Türme, Bollwerke aus bislang unbekannten Perspektiven fest. "Wir haben über drei Jahre am Projekt gearbeitet. Einziger Zweck soll es sein, dass wir wieder mehr Besucher auf die Plassenburg locken wollen", sagte Peter Weith. Mit der Besucherresonanz hat der Film seinen Zweck schon erfüllt. "Jetzt müssen die Leute, die heute hier sind, nur noch auf die Burg hinaufgehen und sie wieder mal anschauen", hofft er.

"Mir hat der Film deshalb gefallen, weil ich das, was ich als Schüler gehört habe, jetzt noch einmal gehört habe. Der Film gibt einen geschichtlichen Überblick - und die Aufnahmen sind auch gut", lobte Frank Stübinger aus Kulmbach das Werk.

So mancher Zuschauer staunte auch über die Verbindung der Familie zu Guttenberg zur Plassenburg. "Es war mir nicht so bewusst, dass die Familie zu Guttenberg mit der Plassenburg verbunden ist. Der Film hat mir gut gefallen - er hat auch die richtige Länge", sagte Maximilian Angel aus Thurnau. Viele Besucher kauften auch die DVD, um sich das Zeitdokument noch einmal anzuschauen.