Es war Hans Nützel, der bei einer Wanderung 2007 bemerkt hat, dass das Steinkreuz unterhalb von Pinsenhof in zwei Hälften zerfallen war. Kreisheimatpfleger Harald Stark hatte in der Folge i immer wieder versucht, das Kreuz wieder herrichten zu lassen. Da die Kosten dafür aber unter Bagatellgrenze von 2000 Euro lagen, hätte das Landesamt für Denkmalpflege die Restaurierung nicht gebilligt.

Spendenaktion
2017 hatten sich die Voraussetzungen geändert. Das Steinkreuz fiel jetzt in den Zuständigkeitsbereich von Harald Stark, dem die Freunde der Plassenburg zur Seite standen. Sie richteten ein Spendenkonto ein, und so konnte die Restaurierung in Angriff genommen werden.
Jetzt konnte es wieder aufgestellt werden. Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) freute sich bei der Feierstunde, zu der die Gemeinde am Wanderweg Trebgast-Plassenburg am Samstag eingeladen hatte,über die große Resonanz. Heckel erinnerte daran, dass das Steinkreuz angefahren worden war. Es sei vermutet worden, dass es von einem Traktor beschädigt worden ist. " Aus verlässliche Quelle weiß ich, dass es kein Landwirt, sondern wohl ein Pkw war." Der Bürgermeister dankte Harald Stark, der die Restaurierung angestoßen hat, und Peter Weith von den Freunden der Plassenburg, die die Spendenaktion ins Leben gerufen haben. Mit Clemens Muth aus Ebensfeld habe man einen kundigen Restaurator gefunden. Die Gemeinde Ködnitz hat nach den Worten des Bürgermeisters auch einen kleinen Beitrag geleistet: "Unsere Mitarbeiter vom Bauhof haben dafür gesorgt, dass der Standort vorbereitet wurde. Auch die eingebauten Drainagen sind eine gelungene Geschichte."


Regt zum Innehalten ein

Dekan Hans Roppelt verwies darauf, dass Menschen, die an dem Steinkreuz vorbeigehen, zum Denken und Nachdenken und vielleicht auch zu einem Gebet angeregt werden.Pfarrer Peter Ahrens betonte: "Gottes Leben, Du hast uns im Kreuz Hoffnung geschenkt, wir danken Dir und lass uns immer wieder neu auf das Kreuz schauen. Lass uns daraus Orientierung, Lebensfreude und Mut gewinnen, darum bitten wir."


Historischer Tag

Harald Stark sprach von einem historischen Ort, denn an dem Steinkreuz führt eine alte Straße vorbei, die von Kulmbach über Trebgast in Richtung Himmelkron verlief: "Es ist ein Sühnekreuz, ein Denkmal, das an eine Bluttat erinnert, die irgendwann im Mittelalter passiert ist." Die Form des Kreuzes verweise auf die Zeit vor 1400, "und das sind Zeiten, aus denen wir keine schriftlichen Zeugnisse über die Rechtsprechung in unserer Gegend haben". Bei schweren Taten sei oft nicht die Todesstrafe verhängt worden. Der Schuldige habe etwa für jemanden, den er im Streit erschlagen habe, mehrere Messen in der Kirche lesen lassen müssen. Stark: "Für sein eigenes Seelenheil sollte er eine Wallfahrt unternehmen und für die Seelen im Fegefeuer sollte er an der Straße in der Nähe des Tatortes ein Steinkreuz errichten. Und diese Steinkreuze sollten die Vorrübergehenden ermahnen, ein Gebet für die armen Seelen im Fegefeuer zu sprechen." Dass ein Stück Heimatgeschichte bewahrt worden sei, stellte stellvertretender Landrat Dieter Schaar (FW) fest.