Wie Sachgebietsleiter Diplomingenieur Stephan König vom Wasserwirtschaftsamt erläutert, werden die Gewässer Zweiter Ordnung dauerhaft überwacht: "Dadurch können der aktuelle Gewässerzustand und langfristige Trends ermittelt werden." Gut zwei Wochen werden die Arbeiten noch andauern, die Kosten belaufen sich auf rund 100.000 Euro.

Mit dem landesweiten Messnetz für den Informationsdienst über Niedrigwasser und Hochwasser veröffentlicht das bayerische Landesamt für Umwelt tagesaktuell die Wasserstände in den bayerischen Flüssen, Daten zum Niederschlag, zum Grundwasser sowie von ausgewählten Seen und Wasserspeichern. König: "Der sich abzeichnende Klimawandel wird sich zunehmend auf die Niederschlagsverteilung und -mengen auswirken. Hochwasser werden sich verschärfen und Trockenperioden mit niedrigen Wasserständen häufiger auftreten. In den Mittelgebirgsregionen wurden bereits Probleme bei der Trinkwasserversorgung oder der Bewässerung von landwirtschaftlichen Nutzflächen registriert."


Schon vor Jahrzehnten geplant

Nach Angaben des Diplomingenieurs hat das ehemalige Wasserwirtschaftsamt Bayreuth schon vor Jahrzehnten eine Ertüchtigung des Pegels Kauerndorf geplant. Ab 1974 erfolgten erste konkrete Studien zum Umbau als Niedrigwasserpegel. Allerdings habe es über den Einfluss der unterstromigen Wehranlage Forstlasmühle kontroverse Aussagen gegeben. Diese seien aber jetzt mit Hilfe einer hydrodynamischen Berechnung geklärt worden.

In Kauerndorf wurde jetzt der Bereich des linken Brückendurchlasses auf einer Länge von rund 50 Metern und 2,50 Metern Breite als gepflastertes, 30 Zentimeter hohes Niedrigwassergerinne ausgebaut. Die Auflandungen ober- und unterhalb des linken Brückendurchlasses werden ausgekiest. Die Ufer im Brückenbereich werden mit Wasserbausteinen gesichert.

Der Bereich der Messstrecke wurde auf der ganzen Brückenbreite gepflastert. Dadurch sind nun auch Unterhaltsarbeiten zur Aufrechterhaltung des Messbetriebs möglich. Das alte Pegelhäuschen bleibt erhalten. Unterhalb des Gebäudes wurde ein Schachtbauwerk errichtet, von wo aus eine schwimmergesteuerte Wasserstandsaufzeichnung und eine Aufzeichnung mittels Drucksonde erfolgen kann.
Stephan König lobte die Firma Erdbau Zeitler: "Das ist ein versierter Fachbetrieb, der für die Wasserwirtschaft schon wiederholt tätig war."

Im Einvernehmen mit der Fischereifachberatung wurde auch auf den Fischbesatz geachtet. Zum Teil wurden die kleinen Fische, sich die zwischen den Kiessteinen aufhielten, mit der Hand aufgenommen. "Eine mühsame Arbeit, aber das war eben auch eine Forderung der Fachbehörden", resümiert Stephan König.