Die Idee entstand im Juni 2012, als Dozenten und Schüler der Hochschule Coburg mit einer "temporären Installation" ein Entwurfskonzept für die Beleuchtung der Trebgaster St.-Johannes-Kirche vorstellten. Seither überlegte auch Kirchenmusiker Thomas Grünke, wie man den wunderschönen Orgelprospekt aufwerten und noch besser zur Geltung bringen könnte.

In Abstimmung mit Verantwortlichen der Kirchenverwaltung und mit Unterstützung des Förderkreises für Kirchenmusik und ihrem Vorsitzenden Karl-Heinz Will an der Spitze wurden jetzt an den hinteren Säulen der Emporen zwei Strahler installiert. Bei einer Feierstunde, die vom St.-Johannes-Chor mit Abendliedern, Lisa Stenglein (Schemelli-Choräle von Johann Sebastian Bach) und Thomas Grünke mit ausgestaltet wurde, konnten sich die Besucher von der positiven Wirkung des zusätzlichen Lichts überzeugen.

Musikalischer Sonnenaufgang

Pfarrer Peter Ahrens mutmaßte bei seiner Begrüßung, dass die Orgel mit der neuen Beleuchtung wohl noch schöner klingen wird. Den Beweis trat Organist Thomas Grünke umgehend an, als er nach einer kurzen Erläuterung den "Sonnenhymnus", eine Passacaglia in E-Dur, intonierte. Der deutsche Komponist, Kantor und Organist Max Drischner, versuchte damit, die Stimmung eines Sonnenaufgangs musikalisch nachzuzeichnen. Die Orgel beginnt dabei ganz leise und wird immer kräftiger, bis sie am Schluss in ihrer vollen Pracht erklingt. Parallel dazu erstrahlte dann auch der Orgelprospekt in vollem Glanz.

Stolz auf die Kirchenmusik

Der zweite Teil des Konzerts fand dann im Kantorat statt, wo Grünke den Flügel vorstellte, den Manfred Häusler der politischen Gemeinde überlassen hat. Bürgermeister Werner Diersch dankte dem Spender und entschied nach reiflicher Überlegung: "Wir sind in Trebgast stolz auf unsere Kirchenmusik. Der Flügel soll dem größtmöglichen Nutzen bringen und die musikalische Entwicklung weiter fördern."
Und an Thomas Grünke gewandt, sagte er: "Wir arbeiten alle daran, dass Du Dich hier wohlfühlst und Dir Dein Engagement weiter Freude bereitet."

Der Angesprochene gab den interessierten Besuchern einige Erläuterungen zum Instrument und hatte bei der letzten Chorprobe bereits einen positiven Effekt festgestellt: "Beim bisherigen Klavier hatte ich nicht alle Sängerinnen und Sänger im Blick. Die konnten hinter meinem Rücken immer viel Blödsinn machen." Das sei jetzt vorbei, sagte er. Der Chor stehe nun um den Flügel herum, so dass er jeden Einzelnen beobachten kann. "Eine Wonne für mich, die allerdings nicht auf Gegenseitigkeit beruht", fügte Grünke schmunzelnd hinzu.

Instrument aus dem Jahr 1908

Das Instrument soll natürlich nicht nur zu Chorproben, sondern auch für Kammermusik zu den Kantorats-Konzerten eingesetzt werden. Manfred Häusler hofft, dass das 1908 gebaute Instrument noch möglichst lange genutzt werden kann.

Er erinnerte daran, dass der Flügel professionell zuletzt von einem puertoricanischen Pianisten gespielt wurde. "Professor Samuel Pérez war ein besonderer Freund dieses Instruments. Immer, wenn er in der Region ein Konzert gab, hat er darauf geübt. Auch in unserer Scheune hat er schon ein Konzert gegeben." Nach "Liedern ohne Worte" von Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem Präludium in C-Dur "Wohltemperiertes Klavier" von Johann Sebastian Bach lud Förderkreis-Vorsitzender Will zu kleinen kulinarischen Köstlichkeiten und regem Gedankenaustausch ein. Beides wurde gern angenommen.