"Ich hatte ja keine Ahnung! Ich dachte, in unserem Land gibt es Probleme, aber das hier..." Obama schluckt. Der Schock sitzt tief und das wenige Stunden nach der gewonnen Wahl. Der Präsident starrt auf den kleinen Zettel, liest immer wieder die Buchstaben. "Ich wusste nicht, dass es um Deutschland so schlecht bestellt ist", grübelt er.

Zur Wahl hatten ihm alle gratuliert: Twitter-Grüße vom britischen Premierminister, dem EU-Komissionspräsidenten, ja sogar von Medwedew aus Russland. Aus aller Welt kamen Online-Glückwünsche. Das Bild mit seiner herzigen Michelle wurde wie wild geklickt. Sogar Teenie-Star Justin Bieber konnte er mit seinem Retweet-Rekord überholen. Er ist Twitter-König, Internet-Imperator, Online-Obama.

Doch seine Angi aus Deutschland ist weit davon entfernt. "Wir müssen Entwicklungshilfe leisten. Die Lage ist sehr ernst", erklärt Obama und seine Berater nicken eifrig. Sie sind erleichtert, dass Obama, diese erste außenpolitische Krise so souverän gelöst hat. Deutschland muss geholfen werden, da sind sich die Berater sicher. Obama atmet tief durch und drückt den Zettel einem seiner Berater in die Hand. "Das Glückwunsch-Telegramm von Angela Merkel geben wir ins Museum!"