Die Schneidmühle steht schon seit 33 Jahren still. Am Wochenende erweckte "Schneidmüller" Ethelbert Kremer die mit Wasserkraft angetriebene Säge wieder zu Leben und ließ Baumstämme zu Brettern werden. Und das zog - trotz Regenwetters - immer wieder Besucher aus der Umgebung an.

Vincent Clemens (2) konnte gar nichts mehr sagen, als sich mit lautem Getöse die Schneidmühle in Bewegung setzte, so beeindruckt war er. Die älteren Geschwister Christoph (10), Lukas (5) und David (8), die mit Papa Martin und Oma Heidi Clemens zur Stippvisite nach Stadtsteinach gekommen waren, jedoch hatten keinen Bammel, sondern fanden das Industriedenkmal einfach interessant und wollten alles ganz genau sehen: wie der Baumstamm eingezogen wurde und warum er hinten in Form von Brettern wieder herauskam.

Immerhin gehörte die Schneidmühle zu den letzten Mühlen, die nach traditioneller Art angetrieben wurde und nicht im Laufe der Jahrzehnte umgerüstet worden ist. Vor dreißig Jahren ist die Stadtsteinacher Schneidmühle von der Fachhochschule Düsseldorf demontiert worden. Und vor zwei Jahren ließ der Naturpark Frankenwald die Schneidmühle dann renovieren und die Außenanlagen touristisch attraktiv gestalten.

Wetter machte Strich durch die Rechnung

"Das Wetter hat uns natürlich einen Strich durch die Rechnung gemacht", bedauerte auch Holger Hattinger von der Wasserwacht und sprach damit auch den anderen Stadtsteinacher Vereinen aus der Seele. Denn niemand saß im Zelt, um Bier und Bratwürste zu genießen. Und nur ausgesprochen wenige Kinder hatten Lust, mit dem Schlauchboot den Mühlkanal zu befahren. Aber immerhin ein paar trauten sich.

Jaquelin und Manfred Freiberger gestalteten Tonfiguren mit den Kindern. Eigentlich lautete das Motto "Kinder für Kinder". Doch Valerie Wolfrum (8) wollte lieber kein Kind, sondern einen Esel formen. Erlaubt war, was gefällt. Und Valerie bewies unglaubliches Geschick. "So ein Esel muss große Ohren haben", betonte Valerie und knetete und mantschte mit dem Ton.

Die Freibergers hatten extra Ton mitgebracht, der einen hohen Anteil Schamotte hat. Das bedeutet: Der Ton verzeiht auch Lufteinschlüsse und bricht nicht beim Brennen. "Wir können hundert Prozent Erfolg garantieren", sagt Jaquelin Freiberger und freute sich am Gestaltungsspaß, den Valerie an den Tag legte. "Der Esel kommt in den Garten", tönte der kleine Naseweis und hatte auch schon konkrete Vorstellungen, wie der Esel bemalt werden soll: in Grau, so wie es sich für einen Esel gehört. - und am Maul soll er ein bisschen weiß sein.

Außerdem gab an der Schneidmühle von dem österreichischen Imker Herrmann Hell jede Menge Wissenswertes über Bienen und Imkerei zu erfahren, doch auch an seinem Infostand mangelte es einfach an Interessenten.