"Nicht schon wieder", habe sie gedacht, als das Fax im Landratsamt ankam, sagt Kathrin Limmer. Denn die Abteilungsleiterin für öffentliche Sicherheit und Ordnung muss sich nun mit der NPD herum schlagen.

Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands meldete eine "öffentliche Veranstaltung unter freiem Himmel" an. Der "Bayerntag" ist auf Samstag, 15. Juni, angesetzt. Stattfinden soll er - wie schon vorangegangene Veranstaltungen der rechtsextremen Partei - auf einem Wiesengelände zwischen Pfarrgasse und Main. Ein Landwirt stellt dafür sein Grundstück zur Verfügung.

Als Redner sind neben NPD-Landesvorsitzendem Karl Richter auch dessen Stellvertreterin Sigrid Schüßler und die Landesvorsitzende des Rings nationaler Frauen, Julia Lederer, angekündigt. Zudem soll zuvor als geschlossene Veranstaltung ein Landesparteitag stattfinden, bei dem die bayerische Landesliste zur Bundestagswahl festgelegt werden soll. Erwartet werden laut NPD 150 Besucher.

Auf die würde Klaus Knorr am liebsten ebenso verzichten wie auf das ganze Treffen. Der Schmeilsdorfer kämpft seit Jahren gegen die NPD-Veranstaltungen in seiner Heimatgemeinde. "Ich würde mir jetzt weitere drei Wochen Regen wünschen, damit auf der Wiese, auf der die feiern wollen, Hochwasser ist", sagte er.

Am Donnerstag will er sich mit weiteren Mitstreitern treffen, um Pläne gegen rechts zu schmieden. "Wir - das Bündnis Kunterbunt, der Deutsche Gewerkschaftsbund und mehrere Landwirte - sind kreativ und werden versuchen, die Veranstaltung zu verhindern. Was das Landratsamt nicht macht", verteilte er zugleich eine Spitze in Richtung der Behörde. Denn die hat in seinen Augen beim Treffen im vergangenen Jahr "blamabel" gehandelt, sogar extra Wege für die Veranstaltung freigegeben und dem Fest so Tür und Tor geöffnet.

Für Knorr ist klar, dass der Widerstand heuer massiver ausfallen wird als 2012. Ein Bürgerfest schloss er aber aus, die Zeit zur Organisation sei dafür einfach zu kurz.

Derweil werden im Landratsamt die weiteren Schritte beraten. Wie Kathrin Limmer erklärt, ist die Mitteilung der NPD an die Polizei weitergeleitet worden. Sie verwies darauf, dass für eine Veranstaltung, wie sie die NPD plant, keine Genehmigung notwendig ist.

In den nächsten Tagen sei dann ein Koordinierungsgespräch mit dem Veranstalter und der Polizei geplant. "Dann werden wir sehen, was wir machen, ob wir das Treffen untersagen können." Doch um das zu schaffen, brauche es handfeste Gründe. Zum Beispiel, dass Straftaten gegen die verfassungsrechtliche Ordnung zu erwarten sind. Sonst habe man keine Chance. "Untersagungen scheitern fast immer vor Gericht." Wenn eine derartige Veranstaltung nicht stattfinde, habe das meist andere Ursachen.

Die Mitarbeiterin des Landratsamts geht davon aus, dass die angekündigte Teilnehmerzahl wohl nicht erreicht werden. "In den vergangenen Jahren sind nie so viele gekommen."

Sie bedauert, dass der NPD ein Grundstück zum Feiern zur Verfügung steht. "Die kommen wohl immer wieder her, weil sie sonst nicht viele Möglichkeiten haben."