Den ersten Schock nach der Nominierungsversammlung der Freien Wähler, bei der er sich dem politisch bis dahin nicht in Erscheinung getretenen Reiner Meisel mit 21 zu 23 Stimmen hatte geschlagen geben müssen, hat Norbert Volk überwunden. Für wen er ins Rennen gehen wird oder ob er als parteiloser Kandidat in den Bürgermeisterwahlkampf ziweht, möchte er bewusst noch offen lassen. "Es ist eigentlich ganz unerheblich, wo ich mein Lager aufschlagen werde. Ich habe natürlich schon Angebote bekommen, aber ich möchte jetzt erst ein bisschen Zeit ins Land gehen lassen."

Nach der Nominierungsversammlung der Freien Wähler, die sich in eine von ihm nicht abzusehende Richtung entwickelt hatte, habe er aus der Bevölkerung viel Zuspruch erfahren, sagt Volk. Es habe viele Anrufe und Sympathiebekundungen gegeben - und vor allem jede Menge Ermunterung, nicht aufzugeben.

Eine alte Dame habe sogar ihre Geburtstagsfeier verlegt, um "ihren" Bürgermeister dazu empfangen zu können. "So etwas freut einen natürlich", sagt Volk und verhehlt nicht, das s ihm solche Sympathiebekundungen gerade jetzt gut tun.

Bereits im Vorfeld hatte Norbert Volk von den Gerüchten gehört, dass die Freien Wähler Marktleugast nicht mehr ihn als Kandidaten für das Bürgermeisteramt vorschlagen möchten. Es gab Gerüchte, dass andere aufgestellt werden - verschiedene Kandidaten waren im Gespräch.

"Ich habe explizit nachgefragt, ob es seitens der Freien Wähler einen weiteren Kandidaten geben soll, und das ist immer verneint worden", prangert Volk an. Auch gegenüber Landrat Klaus Peter Söllner sei stets verneint worden, dass es einen weiteren Kandidaten gibt.


Zuversicht und Optimismus

"Ich habe es Rauschen gehört, aber ich wusste nicht, was auf mich zukommt", schildert Volk die Situation. "Das wusste ich erst, als ich dann zur Nominierungsversammlung kam und einige Familien und Freunde sehr stark vertreten sah." Das sei einfach schlechter Stil gewesen.

Mehrere Gemeinderäte aus Marktleugast waren wohl mindestens ebenso geschockt wie Volk - und haben spontan ihren Austritt aus dem Ortsverband erklärt: Auch in den eigenen Reihen ist die überraschende Nominierung von Reiner Meisel nicht nur auf Beifall gestoßen.

Volks selbst ist bislang noch Mitglied im Kreisverband der Freien Wähler. Hier gebe es ein "hervorragendes Miteinander". Er selbst wolle keine Disharmonie bei den Freien Wählern. "Aber ich lasse mich auch nicht an die Wand stellen und abwatschen."

Im Nachhinein sei er sogar fast froh, dass alles so gelaufen sei, meint Volk. "J Ich muss jetzt nicht mehr mit diesen Leuten, die so link mit mir umgehen, zusammenarbeiten. Die Katze ist aus dem Sack. Ich kann nun in aller Ruhe nach neuen Möglichkeiten suchen." Der Bürgermeister ist zuversichtlich, dass sich ihm völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Letztlich könne man auch aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, etwas Schönes bauen - wenn man nur seine Zuversicht und seinen Optimismus nicht verliert. Und genau das möchte sich Norbert Volk bewahren. Jetzt erst recht!