Ab Oktober gibt es im Landkreis ein neues Ziel für Elektroschrott. Die Firma Drechsler Umweltschutz übernimmt die Aufgabe von der Beschäftigungsinitiative Integra, die Ende September ihre Tore schließen muss.Statt wie bisher in der Gummistraße geben Verbraucher ihre alten Handys, Radios oder Fernseher ab Oktober in der Von-Linde-Straße im Industriegebiet Am Goldenen Feld ab.

"Wir haben kurzfristig reagiert und erneut einen zentralen Ort mit guten Parkmöglichkeiten gefunden", betonte Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) während der Präsentation des neuen Partners am Dienstag. Offiziell vergeben wird der Auftrag, für den es eine Ausschreibung gab, zwar erst in der Kreisausschusssitzung am Freitag. "Wir haben uns aber mit den Fraktionsvorsitzenden abgestimmt und können heute schon Vollzug melden", sagte Söllner.


Nahtloser Übergang

"Es wird nahtlos weitergehen. Das Gerücht, dass ab Oktober nichts mehr abgegeben werden kann, ist ein Irrglaube", betonte Söllner. Die Kooperation mit der Firma Drechsler, sonst unter anderem bekannt für die Durchführung von Kanalreinigungen und Sondermülltransporten, läuft ähnlich ab wie mit der Integra. Der Landkreis zahlt eine gewisse Summe, der Partner organisiert die Sammlung.

Einziger Unterschied: Was bislang dank des Engagements der Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt und Caritas gemeinnützig ablief und vor allem Langzeitarbeitslosen eine Perspektive gab, ist jetzt Sache der Privatwirtschaft.


Öffnungszeiten: früh und spät

Für die Verbraucher soll dies keinen Unterschied machen. Sie bringen ihren Elektroschrott - mit Ausnahme von Kühl- und Gefriergeräten - zur Abgabestelle, wo er zur Weiterverwertung vorsortiert wird. Lediglich die Öffnungszeiten haben sich reduziert. "Sie sind aber immer noch extrem bürgernah", befand Landrat Söllner. Die umfangreicheren Zeiten bei der Integra hätten nur durch die Synergie mit der Verkaufsstelle für alte Möbel, Bücher und Co.nebenan realisiert werden können.


Auch Handel muss zurücknehmen

Man habe bewusst darauf geachtet, mal früh und mal spät zu öffnen. Die neuen Zeiten sind: Dienstag 7-11 Uhr, Donnerstag 16-19 Uhr, Freitag 13-17 Uhr, Samstag 9-12 Uhr. Los geht es am Donnerstag, 5. Oktober (am 3. Oktober ist Feiertag).

Detlef Zenk, Leiter des Fachbereichs Abfallberatung und Klimaschutz am Landratsamt, betonte, dass es Pflicht sei, Elektroschrott abzugeben. Seit 2006 gibt es ein dementsprechendes Gesetz. Doch unabhängig davon sei es auch sinnvoll, die alten Gegenstände abzugeben. Denn die Recycling-Kosten seien sowohl in den Müllgebühren als auch im Kaufpreis der Produkte mit eingerechnet. Außerdem gingen Rohstoffe verloren.

Zenk erklärte, dass man Elektroschrott auch im Handel zurückgegeben kann. "Läden mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen alte Produkte zurücknehmen, wenn die Kantenlänge unter 25 Zentimetern ist oder ein gleiches neues Produkt gekauft wird."

Seniorchef Norbert Drechsler erläuterte, dass die Firma einen Mann beschäftigen werde, der früher bei der Integra gearbeitet habe. Zur Annahme des Elektroschrotts werde eine Halle mit Büro gebaut, die im November fertig sein soll. Bis dahin soll es eine provisorische Abgabestelle auf dem Firmengelände geben.