Fakt ist: Im Grünzug war es zu einer Auseinandersetzung gekommen, in die zahlreiche Personen verwickelt waren. Die Auseinandersetzung muss immerhin so heftig gewesen sein, dass ein Kulmbacher, der zu diesem Zeitpunkt mit seinen Kindern auf dem Weg zum Parkplatz am Schwedensteg war, von einem "Tumult" spricht, der seine Kinder "verstört" habe.

Fakt ist auch: Irgendwann stürmten etliche der Beteiligten über die kleine Brücke in Richtung Dr.-Stammberger-Halle, wo während des Altstadtfestes die Einsatzzentrale für Veranstalter, Sicherheitsdienst und Rettungskräfte eingerichtet war. Mehrere der dort Anwesenden berichteten, dass sie regelrecht überrannt worden seien. Dabei flogen auch Fäuste: Ein betrunkener 35-Jähriger ging grundlos auf zwei Feuerwehrleute los, schlug auf sie ein und verletzte sie dabei.

Bedrohliche Situation

Fakt ist zudem, dass die Situation von den Sicherheitskräften offensichtlich als so bedrohlich eingeschätzt wurde, dass die Polizei mit mehreren Fahrzeugen anrückte. Mit Unterstützung von Feuerwehr und Rettungsdienst wurde das Gelände zwischen der Halle und der Brücke über den Mühlkanal zeitweilig abgesperrt. Helfer kümmerten sich um eine ganze Reihe von Personen, etliche von ihnen noch sehr jung, etliche von ihnen sichtlich alkoholisiert.

Helfer der BRK-Bereitschaft, die gegen 22 Uhr an den Ort des Geschehens gerufen worden waren, versorgten einen leicht Verletzten Mann. Der allerdings verweigerte den Transport ins Krankenhaus.

Unmittelbar nach diesen Vorfällen entwickelte sich eine zweite Schlägerei. Daran waren nach Erkenntnissen der Polizei ein 15-jähriger Jugendlicher und ein 19-Jähriger beteiligt, auch sie erkennbar betrunken. Zwar konnte die Polizei die Personalien des Jüngeren aufnehmen, dann aber flüchtete der - und hinterließ, so heißt es im Polizeibericht, in der Kronacher Straße eine Spur der Verwüstung. Zeugenaussagen zufolge soll er bei den beiden Autohäusern mehrere Fahrzeuge beschädigt haben. Danach trat er einen Abfalleimer einer nahe gelegenen Spielothek aus der Verankerung.

Mit Steinen gegen Autos

Sein Treiben setzte der junge Randalierer dann in der Albert-Ruckdeschel-Straße fort: Auf dem Tankstellen-Gelände beschädigte er zwei Container durch blanke Faustschläge, bei einem benachbarten Autohändler mit einem Stein ein Fahrzeug. Beim Sonnenstudio gegenüber wurden zwei Koniferen Opfer seiner Wut.

Bevor er schließlich in der Reichelstraße festgenommen werden konnte bewarf der 15-Jährige noch ein vorbeifahrendes Auto mit einem Stein.

Wie hoch der angerichtete Schaden ist, denn der Jugendliche angerichtet hat, steht noch nicht fest. Mehrere Tausend Euro dürften es nach Schätzung der Polizei aber auf jeden Fall sein.

Die meisten Gäste des Altstadtfestes hatten von dem Tumult am Grünzug gar nichts mitbekommen. Dennoch war die nächtliche Rauferei am Tag danach Gesprächsstoff in Kulmbach. Auch wurde berichtet, dass es im Laufe der Nacht noch zu weiteren Rangeleien gekommen sei. Die Polizei musste freilich nicht mehr eingreifen.