Größer könnten die Gegensätze einer Location eigentlich nicht sein: Wo am Nachmittag die Besucher gemütlich Kaffee tranken und die vorzüglichen Torten des Kiosk-Pächters genossen und sich die Badegäste und Sonnenanbeter einige Stunden vorher noch auf der Wiese räkelten, herrschte einige Stunden später eine ganz andere Szenerie.

Die Sonne ist längst hinter dem Wehlitzer Berg verschwunden, als gegen 22 Uhr die "zweite Schicht" langsam am Trebgaster Badesee eintrifft. Deren Sinn steht allerdings nicht nach Kaffeekränzchen und Erfrischung im See. Sie wollen Musik hören, und zwar deftige Klänge, nichts für Warmduscher.

Und davon bekommen die Fans an diesem Abend reichlich geboten. Vor dem Kiosk, wo die DJs DeeOh und Roy Le Freak Hip-Hop und Blackmusic vom Besten präsentierten, war um 23 Uhr kein Durchkommen mehr. Die Fans hatten nur noch wenig Platz beim Versuch, sich im Takt der wummernden Bässe einige Zentimeter hin und her zu bewegen.

Wer die Area etwas weiter rechts wählte, hatte mehr Arm- und Beinfreiheit, um seinen Bewegungsdrang im Rhythmus der Elektro- und Technomusik auszuleben, die von den DJs Stephan Licha und Christian Haas aufgelegt wurde. Ohne Unterbrechung verwoben verschiedene Rhythmen miteinander. Untermalt mit Licht- und Nebeleffekten gingen die Tracks mit Hilfe des Mischpults ineinander über und bildeten eine fast unendliche Klangkulisse. Pausen gab es da nicht.

Blinkende und sich drehende Scheinwerfer erhellen die Szenerie nur spärlich. Bunte Lichterketten illuminieren die umliegenden Bäume, spiegeln sich im Wasser des Sees und zaubern ein farbenfrohes, fast romantisches Bild.

Josi aus der Oberpfalz, die in Bayreuth studiert, ist von der Atmosphäre begeistert. "Der Event ist super, die Musik richtig gut. Die Leute sind alle nett, es macht einfach richtig Spaß. Ich würde mir auch in Bayreuth mehr solcher Veranstaltungen wünschen." Schnell wechselt sie wegen der Musik auf die andere Seeseite: "Techno ist auf jeden Fall besser, macht mehr Laune, die Leute gehen mehr ab", ist ihre Meinung dazu.

Ein Anziehungspunkt war die Shisha-Lounge auf dem Badedeck. "Das ist bereits im letzten Jahr gut angekommen, deshalb haben wir das beibehalten", erklärt Organisator Matthias Mayer, Geschäftsführer beim Veranstalter Motion GmbH. Kurz vor Mitternacht ist er auch mit dem Besuch sehr zufrieden. "In den vergangenen Jahren hatten wir beim Beach-Clubbing oft auch Pech mit dem Wetter. Heute passt alles und es läuft gut."

Passend war auch das umfangreiche Angebot im Umfeld: Nicht nur der Duft von Bratwurst und Donuts zog über die Wiese. Prossece-Pavillon und Cocktailbar ließen auch in dieser Hinsicht keine Wünscheder Besucher offen.